Wann kann man seine Altersente erhalten?

Ab 55 Jahren ist es grundsätzlich möglich mit erheblichen Abzügen in Rente zu gehen.

 

Die Regelaltersrente tritt ein:  Ab 65 mit schrittweiser Anhebung ab Jahrgang 1948 von  65 auf 67 Jahre.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte, mit mindestens 45 Jahre RV.                  

                                                                  Die vor 1953 geborenen, mit 63.                                                                   Für von 1953 bis 1963 geborene, schrittweise Anhebung auf 65.

                                                                 Ab 1964 geborene, ab 65.   

                                                                           

Altersrente für langjährig Versicherte, mit mindestens 35 Jahre RV

                                                     Für die Jahrgänge 1948 bis 1964 schrittweise Anhebung von  65 auf 67.

                                                     Ab 63 Jahren mit Abschläge von 0,3%  je Monat möglich

Früherer Rentenbeginn

Für jeden Monat, den der Arbeitnehmer vor dem gesetzlichen Rentenbeginn die vorgezogene Altersrente in Anspruch nimmt, gilt ein Abschlag von 0,3%, maximal 14,4%. Diese Abschläge gelten für die gesamte Rentenbezugsdauer, d.h. ab Erreichen des regulären Renteneintrittsalters erhöht sich die Rente nicht um den zu Beginn der vorgezogenen Altersrente ermittelten Abschlag.

Späterer Rentenbeginn

Auch wenn Sie alle Voraussetzungen für eine Altersrente erfüllen, können Sie den Beginn Ihrer Rente über die Regelaltersgrenze hinaus verschieben. Das zahlt sich doppelt aus: Wenn Sie weiter arbeiten, steigern Sie durch monatliche Beiträge ihren Rentenanspruch. Außerdem ergibt sich durch den „verspäteten“ Beginn bei der Berechnung Ihrer Rente durch die Rentenformel ein weiterer Zuschlag.

Die Rente berechnet sich nach dieser Rentenformel:

Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor

Entgeltpunkte:

Für ein Jahr Beitragszahlung erhält man nach dem Durchschnittsverdienst aller Beschäftigten einen Entgeltpunkt.

(Im Jahr 2011 lag der Durchschnittsverdienst bei 32.100,-€,

2015  bei 34.999,-€,     2016 bei 36.267,-€.)

Zugangsfaktor:

Bei Eintritt im Regelrentenalter beträgt der Faktor 1, wer vorher in Rente geht muss Abschläge hinnehmen. Wer später in Rente geht erhält einen Zuschlag.

Aktueller Rentenwert:

Seit dem 1.Juli 2016 beträgt der Rentenwert 30,45 Euro, je einen Entgeltpunkt.

Der Rentenwert wird jeweils zum 01.07.eines Jahres aktualisiert.

Rentenfaktor:

Rente wegen des Regelrentenalters                    1

Rente wegen Teilweiser Erwerbsminderung        0,5

Rente wegen voller Erwerbsminderung                1

Erziehungsrenten                                            1

Kleine Witwenrenten für das erste ¼ Jahr           1

Kleine Witwenrenten nach ¼ Jahr                     0,25

Große Witwenrente für das erste ¼ Jahr             1

Große Witwenrente nach ¼ Jahr                       0,55

Halbwaisenrente                                             0,1

Vollwaisenrente                                              0,2

 

Deshalb unbedingt bei der Rentenkasse beraten lassen:

Prüfbezirk Osnabrück

Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Regionalzentrum Osnabrück

Hannoversche Straße 6

849084 Osnabrück,

Telefon  0541 3 50 77-0

Fax  0541 35 07 74 07

 

Besonderheiten bei Midijobs

Ein Midijob ist durch einen Verdienst von 450,01 bis 850 Euro gekennzeichnet. Diesen Einkommensbereich bezeichnet man als Gleitzone. In der Gleitzone zahlt der Arbeitnehmer einen verringerten Beitrag, da der tatsächliche Verdienst in einen verringerten Verdienst

umgerechnet wird. Dadurch steigt das Nettoeinkommen. Der Arbeitgeber zahlt auch in der Gleitzone immer seinen vollen Beitragsanteil – im Jahr 2017 9,35 Prozent.

Bei der Berechnung der Rente wird jedoch nicht der tatsächliche Verdienst, sondern nur der verringerte Verdienst berücksichtigt. Es ergeben sich also weniger Entgeltpunkte. Um das zu vermeiden, können Midijobber auch den außerhalb der Gleitzone üblichen Beitragsanteil von 9,35 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts zahlen.

Kindererziehungszeiten

Wer Kinder erzieht, leistet einen Beitrag für die Solidargemeinschaft. Die Zeit der Kindererziehung wirkt sich daher rentensteigernd aus. Und das ganz ohne eigene Beiträge.

Für jedes vor dem 1.Januar 1992 geborene Kind werden einem Elternteil – in der Regel der Mutter – zwei Jahre Kindererziehungszeit ange-rechnet. Für nach dem 31.Dezember 1991 geborene Kinder sind es drei Jahre. Jeder Monat der Kindererziehungszeit wird mit 0,0833

Entgeltpunkten bewertet. Das ergibt rund einen Entgeltpunkt pro Jahr. Damit ist ein Jahr der Kindererziehung in der Rentenversicherung so viel wert, als wäre in diesem Jahr das Durchschnittsentgelt erzielt worden. Die Anrechnung der Kindererziehungszeiten erfolgt zusätzlich zu gegebenenfalls bereits vorhandenen Pflichtbeiträgen – höchstens aber bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Das ist immer dann der Fall, wenn Sie während der ersten drei Lebensjahre (beziehungsweise der ersten zwei Jahre) Ihres Kindes gleichzeitig auch versicherungspflichtig beschäftigt waren. Die Kindererziehungszeit wird immer unabhängig von der Dauer der genutzten Elternzeit beziehungsweise dem Erzie-hungsurlaub angerechnet.

Beitragsfreie Zeiten

Wichtig für die spätere Rente sind nicht nur die Beitragszeiten. Auch Zeiten ohne eigene Beitragszahlung können unter bestimmten Vor-aussetzungen angerechnet werden. Zu den beitragsfreien Zeiten zählen beispielsweise die sogenannten Anrechnungszeiten. Anrechnungszeiten sind unter anderem Schwangerschafts­ und Mutterschutzzeiten, Zeiten der Schulausbildung mit berufsbildendem Charakter sowie bestimmte Zeiten der Arbeitslosigkeit.

Die häufigsten Rentenirrtümer

"Die Rente kommt automatisch."

Leider nein.

Wie alle anderen Sozialleistungen auch, müssen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt werden. Hierfür reicht als erstes eine kurze schriftliche Nachricht aus. Wichtig bei Altersrenten: Der Antrag sollte wenigstens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn gestellt werden. Dann klappt es auch mit dem nahtlosen Übergang.

 

"Alle müssen bis 67 arbeiten."

Richtig ist:

Erst ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt das Regelrentenalter bei 67 Jahren. Die Altersgrenze wird bis dahin behutsam angehoben.

 

"Die letzten Jahre vor der Rente sind besonders wichtig."

Das ist nicht richtig.

Die Rentenhöhe berechnet sich aus allen rentenrechtlichen Zeiten bis zum Rentenbeginn, also aus dem gesamten Versicherungsleben.

 

"Rente bekomme ich erst, wenn ich 15 Jahre geklebt habe!"

Das ist auch falsch.

Die Mindestversicherungszeit für eine Regelaltersrente beträgt fünf Jahre. Hierfür zählen beispielsweise Beitragszeiten oder Kindererziehungszeiten mit.

Wer 15, 35 oder 45 Jahre Zeiten zusammenbekommt, kann schon früher als mit dem Regelrentenalter (für den Jahrgang 1952 zum Beispiel 65 Jahre plus sechs Monate) in Altersrente gehen.

 

"Ehemänner haben keinen Anspruch auf Witwerrente"

Das trifft nicht zu.

Vielmehr sind Männer und Frauen bereits seit der Reform des Hinterbliebenenrentenrechts Mitte der 1980er Jahre in der Rentenversicherung gleichgestellt. Es besteht Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente, wenn der verstorbene Ehegatte bereits Rente bezogen hat oder bis zu seinem Tod mindestens fünf Jahre Rentenbeiträge gezahlt hat.

In den ersten drei Monaten gibt es die volle Rente ("Sterbevierteljahr"). Ab dem vierten Monat beträgt die Hinterbliebenenrente 60 oder 55 Prozent. Ab dann wird auch eigenes Einkommen des Ehegatten auf die Hinterbliebenenleistung angerechnet.

 

                           "Wenn ich 45 Jahre eingezahlt habe, kann ich unabhängig                            

vom Lebensalter sofort ohne Abschläge in Rente gehen."

Dies trifft nur fast zu.

Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, kann die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Diese kann allerdings erst mit 63 Jahren und vier Monaten (für den Geburtsjahrgang 1954) in Anspruch genommen werden, das aber ohne Rentenabschläge. In den nächsten Jahren steigt das Zugangsalter für diese Rente schrittweise wieder auf 65 Jahre an.

 

"Zu meiner Rente darf ich hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird."

Das trifft nur teilweise zu.

Altersrentner, die bereits die Regelaltersgrenze von 65 plus x erreicht haben, dürfen zu ihrer eigenen Altersrente unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird.

Aber Achtung in Bezug auf Hinterbliebenenrente, Steuer und Krankenkasse! Wer eine vorzeitige Altersrente bezieht, also noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht hat, muss Hinzuverdienstgrenzen beachten. Ab Juli 2017 gilt: Übersteigt der Nebenverdienst 6.300 Euro im Jahr, wird der darüber liegende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

 

"Die Rentenabschläge enden mit der "richtigen" Altersrente!"

Das stimmt nicht.

Rentenabschläge bei vorzeitigem Bezug einer Altersrente - diese betragen 0,3 Prozent pro Monat, also 3,6 Prozent für ein Jahr vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente - bestehen auf Dauer. Sie wirken sich auch auf eine im Anschluss an eine Altersrente zu zahlende Hinterbliebenenrente aus.

 

"Die Altersrente meines Ehepartners wird auf meine Altersrente angerechnet."

Das ist ein Irrtum.

Auf die eigene Rente wird die Altersrente des Ehepartners nicht angerechnet.

Ausnahme: Bei Rentenansprüchen nach dem Fremdrentengesetz (in der Regel für Deutsche aus Osteuropa) gibt es eine summenmäßige Begrenzung der Rentenansprüche.

 

"Frauen können mit 60 in Rente gehen!"

Das gilt nur für Frauen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind.

Sie können frühestens ab dem 60. Lebensjahr in Rente gehen, wenn sie die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und ab dem 40. Geburtstag mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Diese Rentenart kommt durch Zeitablauf in der Praxis so gut wie gar nicht mehr vor.

 

"Die Aufteilung der Renten nach einer Scheidung ist endgültig."

Das stimmt nur bedingt.

Richtig ist: Seit Mitte der 1970er Jahre gibt es den Versorgungsausgleich nach Ehescheidung. Dieser ist prinzipiell endgültig. Eine Abänderung oder Rückgängigmachung ist aber unter Umständen möglich, etwa wenn der Ex-Ehegatte verstorben ist und keine oder nur wenige Leistungen aus den übertragenen Rentenansprüchen erhalten hat.