Ev.-luth. St. Georgskirche zu Badbergen

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Badbergen ist der ländliche Hauptort des Artlands im Osnabrücker Nordland.

Die bäuerliche Kulturlandschaft Artland weist im Kirchspiel Badbergen neben mehreren hundert denkmalgeschützten bäuerlichen Gebäuden aus dem 16. - 19. Jhd. auch die im Mittelalter erbaute Pfarrkirche St. Georg auf.

Ihr ältester Teil ist der aus einem Viereck sich erhebende achteckige Kirchturm, den ein achtseitiger Turmhelm aus Holzdachschindeln krönt.

Unter ihm traten bei Ausgrabungen Fundreste aus der Epoche Karl des Großen zutage, die im kulturhistorischen Museum Osnabrück dokumentiert und ausgestellt sind.

Ein kupferner Schwan auf dem Kirchendach erinnert an die im Frühmittelalter vermutlich von Ankum her erfolgte Gründung der Badberger Kirche.

1235 wurde dann im Auftrag des Osnabrücker Bischofs eine dem heil. Silvester und Georg geweihte Stiftskirche in Badbergen gegründet, die zum Bau des heutigen Kirchenschiffs führte.

Dies ist eine sehr harmonisch in drei Würfeln konstruierte Halle, deren gut 750 Jahre altes massives Steingewölbe unter den mittelalterlichen Kirchen des Osnabrücker Landes die weiteste Breite (12m) aufweist.

Im Chorgewölbe und an den Wänden sind kürzlich aus der Zeit um 1500 Malereien zutagegetreten mit kirchlichen Themen wie Himmel und Hölle, Gottvater, Christus und Maria u.a.

Aus dem Mittelalter stammt auch der Taufstein Bentheimer Art mit einem zweigeteilten Holzdeckel aus der Zeit des Simultaneums (kath. und evang.), weiter zwei mächtige Bronzeleuchter sowie ein bemaltes Schnitzbild des Ritters Georg als Drachentöter. Zu nennen ist auch ein gotisches Sakramentshäuschen aus Sandstein.

Ab 1571 wurde in St. Georg evangelisch gepredigt. Die im Lauf der folgenden Jahrzehnte dann nahezu vollständig lutherisch gewordene Gemeinde überstand die Wirren und Bedrückungen der Gegenreformation.

Aufgrund des Friedensschlusses in Münster-Osnabrück im Jahr 1648 wurde die Kirche bis 1869 verordnete Heimat für die zahlenmäßig überwiegende lutherische sowie die kleine katholische Gemeinde im sogenannten Simultaneum.