Gründonnerstag

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Kirchenkreis/GrafikAktuell/gruendo.jpg

Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag 2018

in der Kirche von Bad Essen

gehalten von Superintendent Hans Hentschel

Orgelvorspiel

Begrüßung

Lied EG 396, 1 – 2 + 6 ‚Jesu, meine Freude ...’

Gemeinsames Gebet:

Heiliger Gott, wir lassen uns von deinem Sohn einladen, um am gedeckten Tisch deiner Liebe als eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern zusammen zu sein. Wir bitten dich, dass deine Liebe uns dazu bringen wird, dass wir Gebeugte stärken, Schwachen beistehen und Leidenden Trost geben. So hat es dein Sohn, unser Bruder, Jesus Christus gewollt und so wollen auch wir es um seines Leidens und Sterbens willen.

Als Gemeinschaft, die sich zu diesem Gottesdienst hier in Bad Essen um das Kreuz versammelt, beten wir: Komm, Herr Jesu, sei du unser Gast und segne du uns und was du uns bescheret hast. Amen   

Schriftlesung Matthäus 26, 36 - 46

Liedruf ‚Bleibet hier und wachet mit mir ...’

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesung 1. Korinther 11, 23 – 26

Ansprache (mit Bildbetrachtung)

Liebe Gemeinde, dieses Abendmahlsbild fand ich im Internet. Leider kann ich zum Künstler nichts sagen. Er hätte es verdient, dass ich seinen Namen und seine Herkunft nenne, aber ich habe dazu nichts gefunden. Ist auch so wichtig nicht, weil es mir eher um die dargestellte Szenerie geht.

Zwölf Jünger sitzen mit Jesus um einen Tisch, der mit einem Kelch und einem Brotteller eingedeckt ist. Jesus hebt segnend die rechte Hand. Man möchte fast annehmen, dass er über dem großen Kelch das Kreuzeszeichen schlägt: ‚Christi Blut, für dich vergossen.’ Das kann natürlich nicht sein, aber der unbekannte Künstler kennt natürlich die traditionellen Abendmahlsworte und er kennt die Gesten, die zur Feier des Mahles gehören.

Neben Jesus fällt ein Jünger auf, der sich so ein wenig an ihn anzubucken scheint, der ganz besonders seine Nähe sucht. Sein linker Arm liegt auf dem linken Arm Jesu.

Es könnte eine ganz harmonische Darstellung des Abendmahls Jesu im Kreise seiner Jünger sein, wenn nicht ein Jünger das Bild stören würde.

Elf sind nahezu gleich angezogen, elf haben wie Jesus diesen Heiligenschein, den Nimbus, der ausdrücken soll, dass es sich um Menschen handelt, aus denen heraus Gott in die Welt scheint.

Wir alle kennen den Heiligenschein, der die elf Jünger und Jesus selbst umgibt als Bildsymbol für besondere Zugehörigkeit zu Gott.

Paulus schreibt einmal: ‚Gott hat den hellen Schein des Evangeliums in unsere Herzen gegeben’ und es ist der ‚helle Schein des Evangeliums’, der die Heiligen Gottes auf vielen klassischen Bildern am Kopf umscheint. So ein goldener Glanz der Frömmigkeit, der Liebe zu Gott und den Menschen, der Zugewandtheit zum Reich Gottes.

‚Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes ...’ sagt Jesus einmal in der Bergpredigt und in der Kunstgeschichte werden die, die ‚nach dem Reich Gottes’ trachten gern schon mal mit dem Heiligenschein ausgestattet.   

Einer der Jünger nun, hat nicht nur keinen Heiligenschein, hat nicht nur kein rötliches Gewand an, sondern er bewegt sich im Bild auch irgendwie gegen die anderen Elf. Es ist so eine Bewegung vom Abendmahlstisch weg. 

Natürlich: wir wissen, dass das der Jünger Judas ist. Der Geldbeutel verrät ihn, den er geradezu ängstlich an die Brust drückt – vielleicht um ihn in der Falte des Gewandes zu verbergen.

Es sieht so aus, als nutze Judas den rechten Arm um sich von seinem Sitzplatz wegzustoßen. Der nackte Fuß ist zum Gehen vorgestellt.  

‚Ich geh dann mal! Das hier ist nichts für mich. Ich bin keiner von euch.’

Und wenn man dem Maler folgt: Judas gehört ja auch nicht zu den anderen. Der fehlende Heiligenschein ... das fällt schon auf.

Rechts neben Judas sitzt aber ein Jünger, der scheint sich um ihn kümmern zu wollen. Der ausgestreckte linke Arm lädt ein: ‚Bleib doch! Verlass die Runde nicht.’

Es ist so eine auf Judas zugehende Bewegung in dem Jünger, so als ob er gleich aufstehen wollte, um Judas wenige Schritte zu begleiten und dabei freundschaftlich einladend zu halten.

Und in der Kopfbewegung des Judas scheint ein Zögern zu liegen.

Seine Füße und diese im Aufstehen begriffene Bewegung des Körpers wollen aufbrechen, der Blickkontakt mit dem Jünger zur Rechten will ihn halten. Sollte tatsächlich an diesem Tisch und in dieser Runde ein Platz für ihn sein. Für jemanden ohne Heiligenschein? Für jemanden, der Falsches getan hat?

Wir wissen, dass Judas nicht sitzen bleibt, sondern geht, um dann im Laufe des Gründonnerstagabends Jesus zu verraten ... Diese Geschichte können wir nicht aufhalten und der unbekannte Maler des Bildes hat sie natürlich in Kopf und Herz und auch im Pinsel, denn weil Judas Jesus verraten hat, wird ihm der Heiligenschein vorenthalten.

Der in der oberen Bildhälfte segnenden Hand Jesu am Kelch entspricht in der unteren Bildhälfte die ausgestreckte Hand des Jüngers, die den aufbrechenden Judas zum Bleiben bewegen will.

‚Bleib doch hier! Fühl dich eingeladen. Gib mir den Beutel mit dem Geld, der dir nahezu am Herzen liegt, lass das Falsche und finde dich in unserer Gemeinschaft ein. Wenn du weg bist, ist ein Platz zu viel in unserer Gemeinschaft leer.’

Je länger ich das Bild betrachte, umso mehr verlagert sich mein Blick vom unheiligen Judas weg zu diesem heiligen Jünger und ich entdecke in der Heiligenscheinrunde unsere Gemeinden und unsere Gemeinde. Ja, wir sitzen mit Jesus um den Abendmahlstisch und es sind zu viele Plätze leer. Vielleicht auch deshalb, weil wir zu sehr mit unseren Heiligenscheinen beschäftigt sind als mit denen, die ohne Heiligenschein auf unsere Gemeinschaft sehen. Der Jünger, der sich Judas zuwendet, ist ein Bild für das richtige Verständnis des Abendmahls in unserer Kirche und unserer Gemeinde.

Der ‚Christus für Dich’, den wir in der Feier des Mahles unter Brot und Wein zugesagt bekommen, ist der Christus für die, die wir durch unser Wort und unser Beispiel einladen.

In der Leidensgeschichte, die die Evangelisten erzählen ist Judas der Böse, der Jesus um eine entsprechende Summe Geldes verrät. In dem Bild, das ich von jenem unbekannten Künstler fand, ist er der Mensch, der sich unter den anderen Jüngern nicht willkommen fühlt, weil er anders ist. Abendmahl aber wendet sich auch an die anderen. Dafür muss im Fall dieses Bildes nicht Jesus bürgen, der mit Brot und Kelch beschäftigt ist, sondern dafür macht sich zum Bürgen jener einladende Jünger. ‚Bleib bei uns! Finde dich an unserem Tisch ein. Geh nicht.’

Ich selber finde das immer wieder eine schwierige Übung die einladende Hand nicht zurückzuziehen und nicht zu sagen: ‚Mensch, wenn ihr keinen Platz unter uns wollt, dann geht doch, aber vielleicht gehört das zum Leiden unter dem Abendmahl, dass wir nie aufgeben dürfen, auch den Unheiligen zu sagen: ‚Kommt her, Ihr seid geladen.’ Amen Lied EG 221, 1 - 3 ‚Das sollt ihr, Jesus Jünger, nie vergessen ...’

Hinführung zum Abendmahl

Wechselgespräch

Pastor: (singt) Der Herr sei mit euch ...

Gemeinde: (singt)  .. und mit deinem Geist.

Pastor: (spricht) Wir erheben unsere Herzen zu Gott, der seinen Sohn Jesus Christus im Leiden nicht allein lässt

Gemeinde: (spricht) Wir erheben unsere Herzen zu dem Herrn, der unser Leben reich beschenkt und auch uns im Leiden niemals ohne seine Liebe lässt

Pastor: (spricht)Wir danken unserem Gott, der den Tisch seiner Nähe in der Mitte unseres Lebens und sogar noch am Ende des Lebens mit Güte und Barmherzigkeit deckt.

Gemeinde: (spricht) Gott dafür zu danken ist würdig und recht. 

Pastor: (spricht) Ja, es ist würdig und recht, heilsam und alle Not wendend, dass wir dir ewiger Gott, heiliger Vater an allen Orten und zu allen Zeiten für deinen Sohn Jesus Christus Dank sagen.

Gemeinde: Dein Sohn, unser Herr, ist gehorsam bis zum Tod. Er versagt seine Liebe keinem Menschen. Darum bitten wir gemeinsam mit allen Menschen guten Willens, die von der Krippe mit Jesus gemeinsam zum Kreuz gehen, dass du uns mit Glauben beschenkst, der durch den Tod dieser Zeit in die Auferstehung deiner Herrlichkeit führen wird.

Pastor: Mit den Engeln gemeinsam singen wir, was unseren Glauben prägt. Hoffnung und Freude finden wir bei dir, o Christe:

Liedruf ‚Meine Hoffnung und meine Freude ...’

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pastor: Einsetzung 

Pastor: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir ...

Gemeinde: und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.

Pastor: Eine Erinnerung an Frank und Daphne vor der Einladung zum Frieden 

Gemeinde: Zeichen des Friedens

Pastor: (singt) Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden …

Gmeinde: … wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen, die mit Tränen säen werden in ihm ruh’n.  

Pastor: Nun ist alles bereit. Kommt und esst vom Bot des Lebens und trinkt vom Kelch der Rettung.      

Austeilung

Pastor: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich.

Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich.

Dankgebet

Vaterunser

Lied EG 406, 1 + 2 ‚Bei dir, Jesu, will ich bleiben ...’

Segen

Orgelnachspiel 

 

Zurück