Kantate

Konfirmationsgottesdienst am 7. Mai 2017

mit Predigt zu

gehalten in der St. Martin Kirche

von Superintendent Hans Hentschel und Mitarbeitenden 

 

 

 

Glockenläuten

Leonie: Begrüßung der Konfirmandengruppe

Liebe Konfirmandengruppe, der Wochenspruch des heutigen Sonntags lautet: Singer dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Ihr werdet im Verlauf dieses Gottesdienstes, zu dem ich offiziell hier an der Kirchentür begrüße, euer Lied singen, das euch durch die Konfirmandenzeit begleitet hat. ‚Komm, Herr, segne uns …‘ so beginnt dieses Lied. Darum geht es in diesem ganzen Gottesdienst: Wir wollen den Segen Gottes spüren, der sich auf euch legt. Das heißt: Gott tut euch Gutes, Heute und in Zukunft und diese Gute gilt nicht allein für die richtig guten Tage, sondern auch für die Tage, die mit Fragezeichen zugehängt sind. Was wird? Wie soll es sein? Was soll ich machen? Gott begleitet euch bei eurem Einzug in die Kirche, zu dem jetzt die Orgel spielt und bei dem sich die Gemeinde erhoben hat.  

Einzug ( die Gemeinde steht auf)

Orgelvorspiel

Pastorin Stephanie Seger: Ich begrüße alle ganz herzlich zu diesem Konfirmationsgottesdienst. Schön, dass so viele gekommen sind. Wir sind es nicht gewohnt, dass die Plätze so knapp werden, aber wir freuen uns darüber, selbst wenn es für manche von Ihnen und euch eine kleine Unbequemlichkeit bedeutet.

Konfirmation ist ein Festtag in der Gemeinde, weil junge Menschen, die für uns wichtig sind, noch einmal an den Segen der Taufe erinnert werden.

Hans Hentschel: Um den Taufstein herum gründet sich schließlich die christliche Gemeinde. Viele von Ihnen als Eltern, Paten und Großeltern bringen möglicher Weise Erinnerungen an die Taufe unserer heutigen Konfirmanden mit. Sie finden unsere Kirche mit jungen Bäumen geschmückt. Im Psalm heißt es dazu: Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.

Auch darum geht es bei der Konfirmation: wir freuen uns mit Ihnen und euch allen darüber, dass wir im guten Boden der Liebe Gottes wachsen und gedeihen können.

Herzlich Willkommen!  

Jugendchor ‚Let a joyful song arise …‘

Anzünden der Kerzen (durch Eltern)

Pastorin Stephanie Seger: Noch brennen unsere gottesdienstlichen Kerzen nicht. In unserer Gemeinde ist es so üblich, dass diese drei Kerzen von Konfirmanden auf diesem Leuchter entzündet werden, um uns daran zu erinnern, dass Gott selbst uns zum Gottesdienst einlädt, den wir im Namen seiner weltzugewandten Liebe feiern. Heute übernehmen diese mittlerweile ‚klassische Aufgabe‘ für Konfirmanden drei Elternteile. Und nun bitte ich Sie die gottesdienstlichen Kerzen zu entzünden.

N.N.: Die erste Kerze wird angezündet. Gott ist bei den Festen unseres Lebens dabei. Er will eingeladen sein und er will uns mit Freude beschenken. Wenn diese erste Kerze brennt lasst uns daran denken: Der Gott, der einen jeden von uns ins Leben rief, ruft uns zu: Ich bin da.

N.N.: Die zweite Kerze wird angezündet. Jesus ist bei den Festen unseres Lebens dabei. Er will eingeladen sein und er will uns mit Freude beschenken. Wenn diese zweite Kerze brennt last uns daran denken: Jesus, der auf der Hochzeit zu Kana feierte, liebt unser Feiern, und er ruft uns zu: Ich bin da.

Carsten Grußendorf am 14.: Die dritte Kerze wird angezündet. Der Heilige Geist ist bei den Festen unseres Lebens dabei. Er will eingeladen sein und er will uns mit Freud beschenken. Wenn diese dritte Kerze brennt, lasst uns daran denken, dass in dunklen Tälern des Lebens und auf grünen Auen im Leben das Wort gilt: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang. Der Heilige Geist ruft in unser Feiern: Ich bin da.

So halten wir diesen Konfirmationsgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen  

Lied EG 641, 1 – 4  ‚Nun steht in Laub und Blüte …‘

Psalm

Teamer: Auf dem Programmzettel zum Gottesdienst finden Sie einen modernen Psalm abgedruckt, der im Wesentlichen von dem Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch stammt. Sie sind alle eingeladen hier mitzulesen, was wir Teamer gemeinsam lesen und dann dort mitzusprechen, wo das Alle vor dem Text steht. Die Konfirmandengruppe beginnt zusammen mit mir und dann geht es so weiter, wie es da steht.    

Konfirmandengruppe: Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.

Alle Teamer: Das heißt:

Ich stehe unter Gottes Schutz

Er lässt mich nicht ins Leere laufen

Er macht aus mir keinen Knecht

Sondern so wie ich bin, bin ich sein Mensch

Alle: Ich suche den Frieden, will mich nicht ausruhen

Und halte die Erde nicht für hohl

sondern für Gottes Herz.

Konfirmandengruppe: Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.

Alle Teamer: Das heißt:

Ich stehe unter Gottes Schutz

Ich bin sein Fleisch und Blut

Und meine Tage sind von ihm gezählt

Alle: Gott lehrt mich, den zu umarmen

dessen Tage ebenfalls gezählt sind

Und alle in die Arme zu nehmen

die Trauer und Freude in dieser Welt teilen.

Konfirmandengruppe: Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.

Alle Teamer: Das heißt:

Ich stehe unter Gottes Schutz

Ich weiß das seit geraumer Zeit

Er nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen

Und machte mich fröhlich

Alle: Und wir gehen hin

Alle anzustecken mit Freude und Freundlichkeit

Auf dass die Erde Heimat wird für alle Welt:

Durch den Frieden, den Gott gibt

und durch unseren Glauben

Friede in Dorf und Stadt.

Konfirmandengruppe: Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Amen

Liedruf ‚Und wenn ich auch wüsste, dass morgen die Welt unterginge …‘

Gebet

Darla: Wir beten:Heiliger Gott, vor dir versammeln wir uns und lassen uns wieder einmal einladen, das Leben mit dir zu gehen. Oft leben wir an dir, deiner Gemeinde und deiner Kirche vorbei aber heute sind wir nun hier. Dankbar beten wir dich in gesungenen und gesprochenen Worten an. Dankbar für deine Begleitung unseres eigenen Lebens und des Lebens jener, die wir lieben. Gib du in deinem Himmel heute allen jenen, die uns an diesem Tag fehlen, Anteil an unserer Freude und an unserer feierlichen Stimmung. Bringe Du uns als Festgemeinde zusammen und lass uns erkennen, dass auch die, die heute nicht mehr hier sein können, im Gedächtnis der Liebe aufgehoben sind. Segne unsere Feier. Das bitten wir in Jesu Namen. Amen 

Schriftlesung aus Lukas 10, 25 – 37

Pastorin Stephanie Seger: Die Schriftlesung erzählt eine der ganz bekannten Geschichten der Bibel. Es ist die Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Sie steht beim Evangelisten Lukas im 10. Kapitel:

Einmal trat ein Schriftgelehrter auf, der versuchte Jesus aufs Glatteis zu führen und fragte: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Jesus fragte einfach zurück: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Der Schriftgelehrte antwortete: Da steht: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.   Und Jesus sagte zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben. Der Schriftgelehrte aber gab sich damit nicht zufrieden und fragte Jesus: Und Wer – bitte - ist mein Nächster?

Svenja: Da antwortete Jesus und erzählte seine Geschichte: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.

Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und als er ihn sah, ging er vorüber.

Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;

und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.

Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.

Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?

Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Selig sind die, die Gottes Wort hören, es in ihrem Herzen bewegen und dann auch tun. Halleluja!

Jugendchor ‚Von allen Seiten umgibst du mich …‘

Predigt

Liebe Gemeinde,

‚Wenn ich auch wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen‘. Dieser Spruch wird Martin Luther in den Mund gelegt, obwohl er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von ihm ist. Was damit gesagt wird: Ich werde nicht aufhören an die Zukunft zu glauben oder an das, was so schwierig zu erreichen ist, dass andere gleich sagen: Lass es!

Die fesche Anne will ein Praktikum in Peru machen. Da gibt es das Ärztepaar Sanna und David Großfeld, das im Nachbarhaus wohnte, bevor sie vor zehn  Jahren nach Peru in die Gegend von Chachapoyas zogen, um dort eine Klinik für die indigene Bevölkerung aufzumachen.

‚Die sind so eine Art Albert Schweitzer für die Indios da,‘ hat Frau Weißendorf erzählt, als sie in der Jugendgruppe der Kirchengemeinde Bilder von dort zeigte.

‚Manchmal kommen junge Leute aus den Staaten oder Sonstwo und helfen da beim Betrieb des Krankenhauses. Helfen in der kÜche oder in der Wäscherei oder auf Station bei den Kindern.‘  

Die fesche Anne war begeistert, auch weil  die beiden Ärzte ja mal in der Nachbarschaft gewohnt haben, obwohl sie sich daran eigentlich nicht mehr erinnern kann, und seitdem will sie da auch mal hin.

Einundzwanzig Stunden Reisezeit insgesamt von Frankfurt nach Lima von Lima nach Chachapoyas und dann noch bis zu den Großfelds und ihrer Klinik, die etwas Außerhalb liegt. Kosten: mit Flug und was sonst noch dazugehört nahezu 3000,- Euro.

840,- hat die fesche Anne noch vom Konfirmationsgeld übrig. Eigentlich für den Führerschein, jetzt aber für Chachapoyas. Fehlen noch 2160,- Euro.

‚Wenn ich soviel Geld hätte, würde ich es dir geben,‘ sagt der schlaue Nick, der gern bei der feschen Anne landen würde. ‚Aber 2200,- Euro ist’ne Menge Kohle und ich will ja selbst nach der Schule erst mal auf Eurorail.‘

Dass das eine Menge Geld ist,  findet die fesche Anne auch und für ihre Eltern ist das sogar zuviel. ‚Das kannst du von uns nicht erwarten, dass wir das finanzieren,‘ sagt die Mutter. ‚Das Haus und deine Geschwister sind ja auch noch da.‘

‚Gib’s auf!‘ rät der dicke Boris. ‚Soviel Knete kriegs‘te nicht im Handumdrehen zusammen. Jedenfalls nicht legal …‘.

Dabei hat die fesche Anne eigentlich alles geklärt.

Hat mit Großfelds hin und her gemailt und hat die Zusage, dass sie bei ihnen im Haus wohnen kann. ‚Geld können wir dir aber nicht zahlen,‘ hat Sanne Großfeld geschrieben. ‚Die Klinik lebt sowieso hauptsächlich von Spendern aus Deutschland. Wir machen hier keinen Gewinn, weil viele nicht bezahlen können, was man eigentlich bezahlen müsste.‘

Die fesche Anne will ja auch kein Geld.

Im K+K und bei FAMILA hat sie Zettel aufgehängt, dass sie Jobs übernimmt. Babysitten, Rasenmähen, Auto putzen … egal!

Neulich hat sie mit dem schlauen Nick zusammen in der Fußgängerzone zur Musik über den Bluetoothspeaker  getanzt. Sie langes Kleid, er schwarzen Anzug mit Fliege … Darin sind die beiden so richtig gut und der schlaue Nick darf schon etliche Male umsonst bei der Tanzschule mitmachen, weil er ‚ganz einfach den Dreh raus hat‘ – wie Frau Sandmann sagt, die Tanzlehrerin.

46,50 Euro lagen tatsächlich in den hingestellten Tanzschuhen. (Zwanzig allein von Annes Oma, aber das weiß sie nicht!)

Babysitten bei Schraders bringt 20,- Euro am Abend …

Im September soll es losgehen …

Das Ticket muss spätesten am 31. Juli bezahlt werden.

Der schlaue Nick will ein Crowdfunding Konto für die fesche Anne anlegen.

‚Was ist das denn?‘ Die fesche Anne hat davon noch nichts gehört.

‚Du das machen ganz viele. Projekte übers Internet finanzieren. Normalerweise mit Gewinn. In deinem Fall mit der Aussicht, was Gutes zu tun. Da zahlst du was ein und finanzierst damit Weißichwas.‘

‚Weißte was, Anne,‘ sagt Frau Weißendorf, mit der Anne seit jenem Abend im Gemeindehaus in Kontakt geblieben ist. ‚Weißte was… ich glaube, das kriegst du nicht hin. Und beim Crowdfunding wollen die anderen ja auch was für ihr Geld haben und nicht einfach spenden.  …  es gibt ja auch noch andere Sozialprojekte.‘

‚Geht nicht, gibt es nicht!‘ lacht Anne, erzählt, dass sie jetzt Samstags Erdbeeren an der Straße in so einem Holzhüttchen verkaufen wird. ‚9,50 Euro die Stunde …‘.

 

Ich weiß es nicht, ob  Anne nach Chachapoya  - hatte ich vorher noch nie gehört - kommen wird. Ich weiß es nicht … und trotzdem hoffe ich, dass klappt.  

Wenn wir die Geschichte aus der Schriftlesung vom Überfallenen und dem Samariter als eine Geschichte aus der Zukunft hören könnten, dann wüssten wir  ja auch nicht, wie die Geschichte da auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho ausgehen kann. Wie lange wird der Überfallene da bei dem Wirt liegen müssen? Reicht das Geld? Wird er vielleicht seinen Verletzungen erlegen? … und trotzdem hofft man, dass alles gut geht: das Geld reicht, die Wunden heilen …

Dem Guten trauen, der Zukunft trauen, dem eigenen Mut trauen und sich nicht von nordkoreanischen Diktatoren oder amerikanischen Westernpräsidenten in der Weltsicht beirren lassen.

Der Zukunft trauen und sich an mehr Nachhaltigkeit und an einer Bremsung der Klimakatastrophe durch eigenes Verhalten beteiligen.

Dem Morgen eine gute Chance zu geben auch wenn es nicht ohne eigene Mühen geht … das ist christliches Leben, wie es Martin Luther mit seinem Spruch gemeint haben könnte.  ‚Und wenn ich auch wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich noch heute einen Apfelbaum pflanzen‘.      

Amen!

Lieder zwischen Himmel und Erde 321, 1 - 4 ‚Eingeladen zum Fest des Glaubens …‘

Anrede an die Konfirmanden

Liebe Konfirmandengruppe,

ich weiß es auch nicht, wie wir das in der Kirche hinkriegen können, dass die Zahlen nicht immer weniger werden. Wahrscheinlich müssen wir noch mehr darauf hören, was andere so vorzuschlagen haben, wie Kirche sein könnte. Zu oft wollen wir so bleiben wie wir sind. Manchmal stehen wir damit neuen Leuten und neuen Ideen im Weg. Auch ich sage schnell: ‚Ach, das ist aber eine Schnapsidee!‘

Vor 500 Jahren hat Dr. Martin Luther gesagt, dass die Kirche sich ständig verändern muss, ohne Christus zu verändern. Und dann haben wir aus Luther ein Denkmal gemacht und Denkmäler verändern sich nicht. Manchmal nennen wir ihn sogar als Zeugen dafür, dass wir nichts verändern.

Wir brauchen Ideen für die Zukunft der Kirche, auch dieser Kirche hier. Eure Ideen und die eurer Eltern und Paten, die seit der Konfirmation vielleicht auch damit aufgehört haben, an solche Veränderungen in der Kirche und der Gemeinde zu glauben, die es ihnen leicht machen, Kirche und Gottesdienst vor dem 65. Lebensjahr gut zu finden.

Gott sei Dank! Es gibt in St Martin solche Leute mit Ideen. Manches tut sich … aber nicht genug. Damit sich genug tut, brauchen wir euch …

Das ist wie mit dem Apfelbaumspruch von Luther. Ich weiß, dass morgen die kirchliche Welt für manche von euch erst mal untergeht, aber heute sage ich es noch mal in euer Leben hinein: Bleibt bei uns. Bleibt bei Christus … Denn: Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in seinen Vorhöfen grünen.

Ihr bekommt einen Apfelbaum von uns als Kirchengemeinde geschenkt. Wer einen eigenen Garten hat, kann ihn da pflanzen. Loch buddeln, Baum rein, Eimer Wasser drauf … okay! Wer keinen eigenen Garten hat oder wer keinen weiteren Baum braucht, darf ihn in Absprache mit der Stadt an einer noch zu benennenden Stelle pflanzen oder wir pflanzen ihn auf unserem Friedhof. Dort wächst dann neues fruchtiges Leben.  

Lied der Konfirmandengruppe

1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.

Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,

schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

Glaubensbekenntnis

Charlotte H.

: Viele können das sogenannte apostolische Glaubensbekenntnis auswendig und sprechen es immer wieder in den Gottesdiensten mit. Heute haben wir ein anderes Bekenntnis ausgewählt, das im Programm abgedruckt ist. In den neuen Worten steckt die Chance und die Möglichkeit, sich noch einmal ganz neu über das eine oder andere, das zu unserem Glauben dazugehört, eigene Gedanken machen zu können. Lasst uns dieses Bekenntnis gemeinsam lesen und sprechen:   

Ich glaube dir, Gott. In dir gründet mein Leben.

Du hast mich gekannt, bevor ich geboren war.

Ich glaube dir, Gott.

Du nimmst mich auf am Ende meiner Tage und öffnest mir deine Ewigkeit.

Ich glaube dir, Gott.

In Jesus von Nazareth kann man dich erkennen.

Ich glaube dir, Jesus Christus.

Du hast dich auf mich eingelassen, ehe ich es verstanden habe.

Du wirst diese Welt verändern schon heute und hier.

Ich glaube dir, Heiliger Geist.

Weil du da bist, werde ich frei. Du hast die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit in mich eingepflanzt.

Du richtest mich auf wenn ich niedergeschlagen bin und webst - auch durch mich - an deiner Ewigkeit.

Ich glaube dir, Gott!

Nicht immer gleich stark.

Aber voll Glauben an Dich bitte ich:

Lass meinen Glauben diesen Tag überleben.

Ich glaube an dich: Den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Amen

Bitte um den Heiligen Geist

Franz: Heiliger Geist,

Behutsam sollst du uns begegnen, uns zeigen: wir sind nicht allein.

Der Engel Gottes soll uns segnen, als Licht an unsrer Seite sein.

Tim: Heiliger Geist,

Mit Sanftmut sollst du uns berühren, uns stärken aus der großen Kraft;

Wir wollen Gottes Güte spüren, die Leben und Vergeben schafft.

Niels: Heiliger Geist,

Mit Liebe sollst du uns umhüllen, uns streicheln voller Zärtlichkeit,

mit Gottes Segen uns erfüllen, hier, heute und für alle Zeit.

Alle: Heiliger Geist: Komm! Amen 

Einsegnung

Reihenfolge


Guilia – Marie F. – Hanna

Janne – Mara – Leonie

Cedric – Philipp S.

Marie T. – Merit

Anell – Marje – Juliane

Paul B. – Magnus – Johannes

Franz – Philipp

Jakob - Jan


 

Gesang  ‚Sei behütet …‘ (Eltern + Geschwister)

Pastorin Stephanie Seger: Abkündigungen

Gebet

Hans: Wir danken dir, du Gott, der sich in der Taufe an uns alle gebunden hat, für diesen Tag in unserer Kirchengemeinde. Es ist großartig so vielen jungen Menschen auf dem Weg ins Leben deinen Segen geben zu dürfen, der sie geleitet, schützt und trägt. Wir bitten darum, dass diese jungen Menschen deiner und ihrer Kirche treu bleiben und uns auch mit ihrer Glaubensstimme helfen, dein Evangelium zu verkündigen, das ausnahmslos allen Menschen gilt: auch denen die von woanders kommen, die anders leben und die anders glauben.  

Pastorin Stephanie Seger: Heiliger Gott, zuweilen bist du größer als unser Verstehen. Wir verstehen nicht, warum es in der Welt so viel Gewalt, Elend, Terror und Naturkatastrophen gibt. Wir verstehen auch nicht, warum eine wachsende Zahl von Menschen, die sich Christen nennen, immer mehr an sich und immer weniger an andere denken. Da bitten wir um deinen Geist, der alles Verstehen übersteigt und der die Herzen dem Menschen wandelt.

Teamer: Wir verstehen nicht, warum die einen Menschen im Überfluss leben und andere an so vielen Orten dieser geschundenen Welt am Mangel sterben. Es ist nicht zu verstehen, warum es jenen gut geht und anderen schlecht. Dankbar nehmen wir es an, dass es uns gut geht. Und in dieser Dankbarkeit erkennen wir, dass das Schicksal dieser Welt und die Schicksale der Menschen in dieser Welt auch mit unserem Leben und mit unserer Art im Wohlstand zu leben zusammenhängen. Wir sind oft achtlos wenn es um die Entsorgung des Mülls geht. Wir werfen Lebensmittel weg, die Leben retten könnten. Wir forschen hauptsächlich für die Reichen dieser Welt. Da bitten wir, dass du unsere Herzen und die Politik unserer westlichen Welt weitest und veränderst.

Simon: Heute nun sind wir hier in dieser Kirche versammelt, werden in wenigen Minuten in einen reichen Tag an gedeckten Tischen gehen, unsere Konfirmanden werden ihre Briefumschläge öffnen, das freundlich zugedachte Geld zählen und an Führerschein, Sparbuch oder irgendeine smarte und technische Großartigkeit denken und da bitten wir dich, dass wir alle zusammen es als zentrale Botschaft unseres Glaubens behalten, dass der Mensch dem Menschen nicht egal werden darf.

Pastorin Stephanie Seger: Der Flüchtling vor Lampedusa, darf uns nicht egal werden.

Die Hungernden in Afrika und Asien dürfen uns nicht egal werden,

das Mobbingopfer in der Schule oder im Beruf darf uns nicht egal werden

der von Angst vor Krieg in Nordkorea lebende kleine Mann darf uns nicht egal werden

Wir bitten: gib, dass sich die Getriebenen und Geflüchteten, die Geknechteten und Entwürdigten, die Geängsteten und die Zerschlagenen sich auch in dem bergen können, was wir glauben. Und so hilf uns, die Liebe zu leben, die Jesus reichlich verschenkt.

Hans: Ganz am Ende dieses Gottesdienstes, der das Loben und Danken in unsere Gemeinde legt, denken wir traurig daran, dass du aus dieser Konfirmandengruppe und aus dem Leben Marlene für uns unverständlich und viel zu früh genommen hast. Wir klagen dir und wir sagen dir, dass wir deine Entscheidung da nicht verstehen.     

Pastorin Stephanie Seger: Und doch bist du der Herr, der die Zeit in seinen Händen hält und dem wir vertrauen, dass jenseits des Sterbens neues Leben auf uns alle wartet. Da bitten wir um Geduld und Glaubenskraft, die uns auch hilft das Schwere zu ertragen so wie sie uns hilft, dem Guten das Lob deiner Herrlichkeit zu singen. Und das alles bitten wir gemeinsam mit dem Menschen, der neben uns steht mit den Worten, die uns Jesus selbst beigebracht hat:   

Vaterunser

Jugendchor

Pastorin Stephanie Seger: Segen

Auszug 

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