Ev.-luth. St. Christophorus-Kirche Gehrde

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Über das wunderschöne 1000-jährige Artland-Dorf Gehrde (2250 Einwohner) ragt der in seiner Form wohl einzigartige, prächtige und über 50m hohe barocke Kirchturm aus dem Jahre 1740 empor.

Erbaut wurde die Kirche am Anfang des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil aus Ueffelner Sandstein. Sie ist in ihrem Inneren und Äußeren im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert worden. Die Restaurierung der 60iger Jahre hat den Urzustand der Kirche im wesentlichen wiederhergestellt und ihr nicht nur die alte Würde zurückgegeben, sondern sie auch zu einem Juwel unter den Dorfkirchen des Osnabrücker Nordlandes und speziell des Artlandes gemacht.

Kanzel und Altar sind Holzarbeiten des Bildschnitzers Hunderdosse, Quakenbrück, aus dem Jahre 1718. Der Taufstein, Bentheimer Typus, stammt aus dem Anfang des 13. Jahrunderts.

Zu den wertvollsten Kunstwerken im Osnabrücker Land gehört das Kruzifix aus der Zeit um 1280, geschaffen im franziskanischen Geist. Ohne Zweifel ist die Form des Kreuzes mit den kurzen, nach unten gezogenen Balken, dieses Gabelkreuz, die auffallendste Besonderheit und verleiht ihm hohe Symbolik und nicht zuletzt auch seinen eigentlichen Kunstwert.

Im Turm hängen sieben Glocken, keine Kirche in der Umgebung kann diese hohe Anzahl aufweisen, die größte und älteste aus dem Jahre 1619, etwa 13 Zentner schwer. Die beiden großen bunten Fenster aus dem Jahre 1900 wurden kürzlich restauriert und sind abends beleuchtet.

Der freie Platz rund um die Kirche diente als Begräbnisstätte für die Toten der Gemeinde. An seinem Rande entstanden mit der Zeit Häuser, sogenannte Spieker, in denen die Kirchgänger einkehrten und Schutz vor der schlechten Witterung suchten. Die Häuser umstehen die Kirche wie eine Burg. Der Turm mit seinen meterdicken Mauern und den hochgelegenen kleinen Öffnungen, die als Schießscharten anzusprechen sind, sieht wie ein Befestigungswerk aus. Die Glocken läuteten nicht nur zum Gottesdienst, sondern auch, wenn Gefahren drohten.

Vor der Kirche steht eine mächtige Eiche. Der Fremde staunt, wenn er erfährt, dass sie erst 1883, am 400. Geburtstag Martin Luthers, als Luthereiche gepflanzt worden ist.