Kirchenjubiläum 2010

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Alt ist sie, unsere Kirche. Ihre Anfänge liegen im Dunkel der Geschichte, deutlich vor der ersten Jahrtausendwende. Da das Pfarrarchiv 1945 verbrannt ist, haben wir nur wenige aussagekräftige Daten. Wir wissen aber, dass es Joachimus Meyer gewesen ist, der von 1560 an als Pfarrer in Bippen tätig war. Er ist es gewesen, der in unserer Gemeinde als erster "nach der Augsburgischen Konfession das Evangelium gepredigt hat", wie es in alten Unterlagen heißt.

So war das Jahr 2010 ein Jubiläumsjahr für uns. Seit 450 Jahren wird in unserer Kirche nun evangelischer Gottesdienst gefeiert. Darum kamen wir am 15. August zusammen, um gemeinsam dieses Jubiläum zu begehen. Es begann mit einem Familiengottesdienst, bei dem der Landessuperintendent unseres Sprengels Osnabrück, Dr. Krause, die Predigt gehalten hat. Anschließend war um Kirche und Gemeindehaus herum Zeit für Begegnungen, Spiel und Spaß. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

"weißt du wo der Himmel ist / außen oder innen / eine handbreit rechts und links / du bist mitten drinnen", so beginnt ein Lied von Wilhelm Willms. Wie sich uns in unserem Leben die Wirklichkeit Gottes erschließt: das ist auch vor 450 Jahren die große Frage gewesen.

Die Menschen haben damals um Wahrheit gerungen. Dass Gott um Jesu Christi willen den Sünder annimmt, dass Gott vor allem gnädig ist, davon gingen sie aus, und viele sind bereit gewesen, um dieser von ihnen erkannten Wahrheit willen auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Sie glaubten, dass ihnen diese geschenkte Wirklichkeit Gottes in ihrem Leben, der Himmel, von niemandem genommen werden konnte (sollte dem selbst ein Bischof, Kaiser oder Papst entgegenstehen).

Das zitierte Lied weist uns heute (und nicht nur in diesen Wochen nach Himmelfahrt und Pfingsten) auf den Himmel hin. Auch uns ist der Himmel verheißen. Er ist der Ort, der beständig bleibt, auch wenn uns Griechenlandkrise, Steuerausfälle und anderes mehr berechtigte Sorgen machen (und wir brauchen uns da nichts vorzumachen: die aufgedeckten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche schaden der Kirche insgesamt, also auch uns).

Christus hat uns den Himmel verheißen als Zuhause und als Standpunkt in den Debatten, die wir heute führen müssen. "weißt du wo der Himmel ist / nicht so hoch da oben / sag doch ja zu dir und mir / du bist aufgehoben".

Ihr Pastor Jürgen Loharens