Altersarmut hat ein weibliches Gesicht - Cornelia Rundt besucht die DiakonieStiftung Osnabrücker Land

Im Familienzentrum Melle fiel der Startschuss für die DiakonieStiftung Osnabrücker Land. Mit dabei waren Sozialministerin Cornelia Rundt, Vertreter aus Politik und Verwaltung und Kuratoriumsmitglieder.

„Zum Glück gibt es private Stiftungen wie diese“, sagte Matthias Selle. Denn ihre Hilfe beginne dort, wo die staatliche aufhöre. Der Sozialdezernent im Landkreis Osnabrück meinte damit die DiakonieStiftung Osnabrücker Land. Das Stiftungskuratorium lud zur Auftaktveranstaltung und erhielt dabei durch die Fürsprache vieler Festgäste reichlich Motivation für seine Arbeit. Ehrengast und Referentin war die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt.
Seit einem Jahr gibt es die Diakoniestiftung Osnabrücker Land. Jetzt sind alle Formalitäten abgeschlossen und es wird mit der Hilfe in allen Notlagen durchgestartet. Zur Auftaktveranstaltung erhielt die Diakoniestiftung, die „in geschwisterlicher Fusion der Stiftungen Melle und Georgsmarienhütte entstanden ist“, so Kuratoriumsvorsitzender Heiko Grube, prominenten Besuch von der niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt.
Der Visite im evangelischen Familienzentrum Melle schloss sich die Stadt Melle mit einem Empfang im Rathaus und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt an.
Das Thema des Vortrages von Cornelia Rundt traf den Kern, denn gerade in diesem Bereich wird die Hilfe der Stiftung in Zukunft gefordert sein. „Hat Altersarmut ein weibliches Gesicht?“ fragte das Stiftungskuratorium. Cornelia Rundt antwortete mit einem klaren „Ja“ und sie erläuterte das Problem.
1,23 Millionen Menschen seien in Niedersachsen von Armut bedroht, in vielen Fällen ist das Alter der Grund und in dieser Gruppe sind besonders Frauen betroffen. Cornelia Rundt nannte die Gründe dafür: Frauen verdienen weniger, sind durch Kindererziehungszeiten selten durchgehend sozialversichert, sie leben in wirtschaftlicher Abhängigkeit, pflegen Angehörige und treffen selbst keine Altersvorsorge. Besonderer Knackpunkt sind die Minjobs. „Frauen haben 59,6 Prozent weniger an Alterssicherung“, errechnete Cornelia Rundt. Mit anderen Worten: Im Alter haben Frauen nur 40 Prozent von dem, was Männern zum Leben zusteht. Das Problem der Altersarmut werde zunehmen, es sei primär weiblich und trete besonders in den alten Bundesländern auf, so Cornelia Rundt.
Ein Patentrezept, um dieses Dilemma zu beenden, gibt es nicht. Die Sozialministerin und die Kuratoriumsmitglieder der DiakonieStiftung sind sich einig, dass flexible Betreuungsmöglichkeiten, eine frauenfreundlichere Unternehmenskultur und die Bereitschaft der Männer, mehr Familienverantwortung zu übernehmen, Schritte in die richtige Richtung sind. Nicht nur die Altersarmut zur Kenntnis nehmen und darüber traurig sein, sondern entschieden dagegenwirken, so der Wunsch von Cornelia Rundt. “Wir müssen Frauen insgesamt motivieren, mutiger zu sein,“ sagte die Sozialministerin.

 

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