Die Schätze von St. Martin

Die Schätze von St. Martin

Die Schätze von St. Martin

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Dita Graffe.pngFrau Dita Graffe stellt unter dieser Rubrik jeweils kleine oder große Besonderheiten aus der St. Martin-Kirche allen Gemeindebrieflesenden und Besuchern unserer Internetseite vor.

 

 

 

 

Die Kreuze in St. Martin

Die Kreuze in St. Martin

Das Symbol der Christen aller Konfessionen ist das Kreuz. Es gibt die verschiedensten Formen von Kreuzen und Kruzifixen. Als Kruzifix bezeichnet man ein Kreuz, an dem der Körper Jesu zu sehen ist. Wenn wir an oder auf einem Gebäude ein Kreuz sehen, so wissen wir, dass es sich um ein christliches Gebäude handelt. Auch im Inneren dieser Gebäude werden wir immer Kreuze oder ein Kruzifix entdecken. Eine Ausnahme bilden die streng reformierten Kirchen.

Das Kreuz Jesu gilt als Höhe- und Endpunkt eines Lebens voller Gottvertrauen auch im Leid, und selbst im Tode am Kreuz hat Jesus daran festgehalten.
Das Kreuz ist aber auch das Zeichen für die Überwindung des Todes. Denn das Kreuz ist durch die Auferstehung Christi nicht das „Aus“, sondern der Anfang eines neuen, ewigen Lebens.

Das Kreuz, an dem Jesus starb, ist darum für den Glauben der Christen sehr wichtig. Es ist auch das Zeichen unserer Rettung und des Sieges Jesu über den Tod. Die Balken des Kreuzes sind ein Symbol für die Verbindung zu Gott und zu unserer Welt. Der senkrechte Stamm des Kreuzes will uns hinweisen auf die Verbindung nach oben, von Gott zu uns Menschen auf die Erde. Der waagerechte Balken verweist uns darauf, dass wir eingebunden sind in Gottes Schöpfung, Menschen, Tiere und Pflanzen, ja in den ganzen Erdkreis. Die Kreuze unserer Kirche stammen aus verschiedenen Epochen und haben unterschiedliche Bedeutungen. Alle aber laden uns auch jetzt und heute zum Nachdenken und zum Gebet ein.

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Den Kirchturm von St. Martin ziert ein vergoldetes Kreuz auf einer nachgebildeten Weltkugel. Als Mahnung zur Wachsamkeit ist darauf der bewegliche Hahn angebracht, der die Windrichtung anzeigt. Die ältesten Teile der Turmbekrönung stammen wohl aus dem Jahre 1773 (nach Folkhard Cremer).

 

Zwei kleinere Kreuze, die nicht sofort ins Auge fallen, befinden sich auf den Dachspitzen des Chores und auf einem der Giebel des Seitenschiffes.

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kreuz-Rasen-Links.JPGtl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kreuz-Rasen-Rechts.JPGSeit einigen Jahren stehen auf dem Kirchplatz außerdem zwei alte gusseiserne Kreuze, die daran erinnern, dass hier bis 1850 der Friedhof war. Der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche hat diese beiden alten Kreuze restaurieren und aufstellen lassen.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kreuz-Andachtsecke-2-frei-i.pngIm Inneren der Kirche fallen uns zuerst zwei Kruzifixe auf. Das erste hängt an der Nordwand in der Andachtsecke. Es handelt sich um ein Kruzifix im Jugendstil, das wahrscheinlich um das Jahr 1900 angefertigt wurde, als eine große Renovierung der Kirche stattfand. Es hat an den Balkenenden feine Verzierungen, und der Körper Jesu ist sehr feingliederig geschnitzt.

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Eines der wertvollsten und ältesten Ausstattungsstücke in St. Martin ist das Kruzifix auf dem Altar. Es stammt wohl aus der Mitte des 15. Jh. – aus dem Übergang von der Romanik zur Gotik. Das Besondere an ihm ist der Körper der Jesusfigur, der komplett aus einem Stück Lindenholz geschnitzt ist. Die waagerecht ausgebreiteten Arme Jesu laden uns ein, zu ihm zu kommen, bei ihm Geborgenheit zu finden.

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Im Altarraum finden wir zwei rote Kreuze, gemalt auf einer weißen Fahne: wir sehen eine der Fahnen in der Hand der Christusfigur, die den Altar krönt, und eine weitere im Osterfenster. Diese Siegesfahne über den Tod hält Christus als Auferstandener in der linken Hand.

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Eine weitere Kreuzform, die zur gotischen Ausmalung des Chorgewölbes gehört, finden wir als Wandmalerei im Altarraum. Insgesamt zwölf dieser Weihe- oder Apostelkreuze sind eingerahmt in Kreise, die ihrerseits durch Ranken geschmückt sind. Die Enden dieser Kreuze stellen stilisierte Lilien dar, die ein Symbol für Licht und Reinheit sind. So weisen diese Kreuze darauf hin, dass mit dem Tode am Kreuz neues Leben beginnt. Denn
das Evangelium wurde zunächst von den zwölf Aposteln weiter getragen bis hinein in unsere Zeit.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kreuz-Kanzel-Jesus.JPGAuf dem Kanzeldeckel finden wir ein weiteres Kreuz. Christus ist als Weltenrichter dargestellt und hält es auf der Weltkugel in seiner linken Hand. Er trägt ein weißes Gewand, das mit goldenen Borten geschmückt ist. Kreuz und Weltkugel sind ebenfalls golden. Die Farbe Gold steht für die Herrlichkeit und die Macht Gottes. Das Kreuz ist hier in der Hand Christi zum Herrschaftssymbol geworden.

 

Ich möchte Sie einladen, weitere Kreuze in unserer Kirche zu entdecken – zum Beispiel in einem der Kirchenfenster, im Bilderfries der Orgelempore oder im Ständer der Gottesdienstkerzen.

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
Herzlich Willkommen!

Die Paramente und Antependien

Die Paramente und Antependien

Alles, was wir wertschätzen, behandeln wir mit besonderer Sorgfalt. In unseren
Kirchen ist es der Altar, der herausgehoben ist. Von hier schicken wir
unsere Gebete zu Gott, von hier wird der Segen erteilt. "Symbolisch ist der
Altar als ein Platz Gottes zu verstehen." Darum schmücken wir ihn nicht nur
mit Kerzen und Blumen, sondern auch mit Tüchern, den Paramenten und
Antependien.
Die Wörter Antependium (das Herabhängende) und Parament (das Bedeckende)
kommen aus dem Lateinischen. Zu den Paramenten gehören eine
weiße Leinendecke, die den Altar abdeckt und Tücher, mit denen das Abendmahlsgeschirr
im Gottesdienst bis zur eigentlichen Feier abgedeckt wird. Sie
wurden von Frauen unserer Gemeinde angefertigt und gestiftet.
Zwei besonders kostbare Paramente hängen nach ihrer aufwendigen Restaurierung
im Seitenschiff. Eine goldfarbige Pailettenstickerei auf kostbarem
Seidendamast zieren diese Tücher mit folgenden Aufschriften:


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1."Lasset uns Ihn lieben. J.J.S. von
der Horst, geb. v. Langen . 1790"

 

 

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2. "Kommet her alle die Ihr mühselig
seyd. Ich will euch erquicken.
J.J.S. von der Horst, geb. v. Langen
1790"

 

Wie aus den Inschriften hervorgeht, sind sie gestiftet von Isabella Judith

Sophie von der Horst, geb. von Langen im Jahre 1790.
Vor dem Altar hängt ein Antependium. Auch an der Kanzel
ist ein kleineres zu sehen. Diese Antependien haben
unterschiedliche Farben und Symbole. Die Farben und
Symbole wollen uns auf das Kirchenjahr hinweisen, das
anders als das Kalenderjahr mit dem 1. Advent beginnt.
Zu Beginn des Kirchenjahres, der Adventszeit, hat das
Antependium die Farbe violett, die Farbe der Einkehr und
Buße und Vorbereitung auf Weihnachten. Das Symbol
auf diesem Tuch ist ein Stern.
In der Passionszeit ist wieder das violette Antependium zu sehen. Die Passionszeit
will uns vorbereiten auf das andere bedeutende Fest: Ostern. Jetzt
erinnert der Stern an eine Dornenkrone.
An den hohen Festtagen Weihnachten und Ostern hat das Antependium die
Farbe weiß, die Christusfarbe (die eigentlich keine Farbe ist). Damit soll
symbolisiert werden: Christus ist das Licht der Welt.
Beim nächsten großen Fest, dem Pfingstfest, hängt ein rotes Tuch an Altar
und Kanzel. Rot ist Farbe der Liebe, des Feuers, des Opfers, der Tatkraft.
Das Symbol ist ein Schiff, Sinnbild für die Gemeinde.
Danach schließt sich die lange Trinitatiszeit an. Mit ihr endet am Ewigkeitssonntag
das Kirchenjahr. In der Trinitatiszeit ist das Antependium grün, die
Farbe der Hoffnung. Ihr Symbol ist ein Weinstock. (Joh 15, 1-8)
Die Paramente begleiten uns durch das Kirchenjahr. Ihre Bedeutung ist:
Schmuck, Verehrung, Reinheit, Hinweis auf Christus.
An den Sonntagen im Februar bis Mitte März werden alle unsere Paramente
im Seitenschiff zu sehen sein. Sie sind herzlich eingeladen, sich diese Tücher
einmal genauer anzuschauen. Entweder nach den Gottesdiensten oder während
der "Offenen Kirche". Für Fragen und Gespräche werden Personen bereitstehen.

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
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Der Bilderfries an der Orgelempore - Die Wolke der Zeugen

Der Bilderfries an der Orgelempore
- Die Wolke der Zeugen

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Empore-Christus.JPGNach der Reformation veränderte sich der Gottesdienstverlauf grundlegend. So wurde auch das Innere unserer Kirche der neuen Gottesdienstordnung angepasst.

Die Predigt erhielt einen hohen Stellenwert. Sie dauerte ungefähr 45 Minuten. Weil man aber im Stehen nicht so lange zuhören kann, kamen Bänke in die Kirche. Als jedoch trotz Anbau des Seitenschiffes die Plätze noch immer nicht ausreichten, wurden zusätzlich erhöhte Sitzplätze – die Emporen – in der Kirche eingerichtet.

Noch heute sprechen wir bei der großen Empore im Seitenschiff von der „Achmer Empore“, weil hier ursprünglich die Menschen aus der Bauernschaft Achmer ihre Plätze hatten.

Die Empore im Westteil des Hauptschiffes, auf der die Orgel steht, bekam einen Bilderfries.

Im Zentrum dieses Frieses steht Christus mit dem Kreuz auf der Weltkugel. Er ist die Mitte der Zeit und der Weltenrichter. „Ihr sollt meine Zeugen sein“ steht auf der Bildtafel.

Links von Christus sind die Jünger angeordnet, rechts die Schar der Propheten des Alten Testamentes und vier weitere bedeutende Männer: Johannes, Mose, Aaron und St. Martin.

Gleich rechts neben Christus steht Johannes der Täufer. Johannes hat auf das Kommen Christi hingewiesen und die Menschen aufgerufen, sich darauf vorzubereiten. Er wird in der Kunst oft mit einem Lamm, das eine Siegesfahne trägt, dargestellt. Dieses Lamm ist ein Symbol für Christus, der zwar wie ein unschuldiges Lamm viel erduldete, aber schließlich Ostern doch gesiegt hat.

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Es folgt Mose, der große politische und religiöse Führer Israels, der das Volk aus Ägypten geführt hat. Er ist Richter und Fürbitter des Volkes bei Gott. Durch Mose erhält das Volk Israel von Gott die zehn Gebote. Auf dem Fries hält Mose diese Gesetzestafeln in der Hand.
Danach sehen wir Aaron, seinen Bruder, der Mose geholfen hat, diese großen Aufgaben zu meistern.

Nun kommen die Propheten, Menschen, die in besonderer Weise von Gott beauftragt wurden, seine Botschaften dem Volk mitzuteilen.

Sie werden angeführt von Jesaja, dann schließen sich Jeremia, Hesekiel, Hosea, Joel, Amos und Opatja an. Einige haben Attribute, an denen wir sie erkennen.

 

 

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Zum Beispiel Daniel mit einem Löwen, der nun folgt. Im Buch Daniel wird diese wunderschöne Bewahrungsgeschichte 

erzählt. Der Prophet wird in eine Löwengrube geworfen. Gott aber schickt seinen Engel, der den Löwen die Mäuler zuhält. Nachzulesen ist diese Geschichte im Alten Testament bei Daniel im sechsten Kapitel.

 

 

 

 

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Nach Daniel vervollständigen weitere Propheten das Bild: Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephania, Haggai, Sacharja, Maleachi.

Und am Schluss dieser Reihe ist St. Martin, der Namensgeber unserer Kirche festgehalten – als Soldat, der eine Rüstung trägt.

 

 

 

 

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Wenden wir uns wieder Christus zu. Links von ihm haben sich seine Jünger aufgestellt. Direkt neben ihm steht Simon, der Kanaaniter. Dann kommt Judas Ischariot, ihn erblicken wir seitlich von hinten, wie er sich entfernt – entfernt von Christus. Es folgt, Jakobus mit dem Wanderstab. Zu seinem Grab pilgern bis heute Christen aus aller Welt. Matthäus wird mit Feder und Tintenfass als Schreiber eines Evangeliums gezeigt. 

Thomas, Bartholomäus und Philippus schließen sich an. Als nächstes sehen wir Johannes mit einem Kelch. Jakobus Zepedeus und Andreas mit dem Andreaskreuz und Petrus mit einem Schlüssel beenden die Reihe.

Bei der Umgestaltung der Kirche nach der Reformation war es der St.-Martin-Gemeinde damals sehr wichtig, auf diese hier abgebildeten Menschen hinzuweisen, die durch die Jahrhunderte ihre Gotteserfahrungen weitergegeben haben. Sie haben gemahnt, gelockt und geworben, am Glauben zu Gott festzuhalten. Sie haben immer wieder verkündet, dass Gottes Liebe bleibt, auch wenn wir Menschen seine Liebe nicht erwidern und uns von ihm abwenden. Darum ist sein Gericht über uns keine Vernichtung, sondern eine Brücke hin zu ihm.

Im Hebräerbrief (Kap. 12, 1) werden sie „die Wolke der Zeugen“ genannt.

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Insbesondere von den Propheten sind uns markante Bibelstellen überliefert, die oft als Tauf-, Konfirmations- oder Trausprüche übernommen wurden. Vielleicht schauen Sie einmal nach Ihren persönlichen Sprüchen und suchen sie in der Bibel. Es ist sehr interessant zu sehen, in welchem Zusammenhang sie stehen.

 

 

 

 

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Kronleuchter und Lampen

Kronleuchter und Lampen

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kronleuchter-RV.pngLicht und Schatten, hell und dunkel beeinflussen unsere Wahrnehmung ganz entscheidend. Das gilt auch für unsere St.-Martin-Kirche. An trüben dunklen Tagen ist es in der Kirche dämmrig-heimelig, manchmal aber auch düster. Wenn die Mittagssonne durch die Fenster scheint, erstrahlt die Kirche in ihrem Glanz. Der prachtvolle Innenraum wirkt so noch beeindruckender als bei künstlichem Licht.

 

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Aber ohne künstliches Licht kommen Räume in unseren Breitengraden nicht aus – auch nicht die Kirche.
Der älteste Kronleuchter von St. Martin stammt vermutlich aus dem 17., vielleicht sogar aus dem 16. Jahrhundert. Bei dem jüngsten Leuchter handelt es sich um den Radleuchter, der während der großen Renovierung von 1983 bis 1990 in den Turm gekommen ist.
Der größte und schönste Kronleuchter hängt in der Mitte des Hauptschiffes. Er ist im Jahre 1702 von Johann Woltermann zu Devern gestiftet worden. Es war die Zeit kurz nach der Erweiterung der Kirche um das Seitenschiff (1696).

 

 

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kronleuchter-Turm.pngAuch die Herkunft der beiden anderen Kronleuchter im Seitenschiff reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Bis auf den Radleuchter im Turm sind alle aus Messing (Gelbgusstechnik) gegossen.
Der Radleuchter im Turm ist ein Bronzeleuchter, den der Osnabrücker Künstler Bernd-Jürgen Hagedorn entworfen hat. Als Schmuckelemente sind Rosetten zu sehen. Dieses Motiv ist von den Wangen der Kirchenbänke übernommen.

 

 

 

 

 


tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kronleuchter-vorne.pngDie Kronleuchter im Seitenschiff ähneln stilistisch dem großen Kronleuchter im Hauptschiff:
Bei dem Kronleuchter im mittleren Joch breiten sich über einer Kugel in zwei Etagen jeweils sechs Arme aus, auf die früher Kerzen aufgesteckt wurden.
Bei dem Kronleuchter im östlichen Joch erstrecken sich ebenfalls über einer Kugel Arme, die die Kerzen aufnahmen.
tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kronleuchter-vorne-Figur.pngDieser Leuchter ist eingeschossig und hat acht Arme. Ihn krönt ein Doppeladler.
Der älteste Kronleuchter hängt vorne im Hauptschiff - also im östlichen Joch. Der Leuchter hat in zwei Etagen je sechs Arme. Die Teller der Kerzenhalter schließen nach unten ab mit einer Art Halbkugel.
Als Besonderheit krönt diesen Leuchter eine Figur, bei der es sich um die mythologische Gestalt des Jupiters handeln soll.
Was hat ein römischer Gott in einer christlichen Kirche zu suchen, so könnte man fragen.

Zu allen Zeiten hat man bei der Gestaltung schmückende Elemente genommen, die gerade modern waren. Weitere Beispiele dafür können wir auch an anderer Stelle nicht nur in unserer Kirche finden.

Der große Kronleuchter hängt im mittleren Joch des Hauptschiffes.
Über einer großen Kugel weiten sich zunächst acht schwungvoll gewundene
Arme. Darüber erstrecken sich über einer kleineren Kugel weitere acht, etwas
kürzere Arme. Die Arme nehmen mit ihren Tellern heute elektrische Kerzen auf.
Ursprünglich wurden Wachskerzen aufgesteckt. – Was für eine Mühe war es,
wenn bei einem Abendgottesdienst die Kerzen der Kronleuchter angezündet
und zum Schluss wieder gelöscht werden mussten. -
Über den geschwungenen Armen ist auch hier ein Doppeladler zu sehen. Gekrönt
wird dieser Leuchter aber von zwölf weißen Linien. Je drei davon zeigen
in dieselbe Richtung.


Ich lade Sie ein, sich die einzelnen Leuchter einmal genauer anzusehen und so
ihre Besonderheiten, Unterschiede und Feinheiten zu entdecken.
Die Pendellampen im Chorraum und die Wandlampen in den Kirchenschiffen
kamen 1956 in unsere Kirche.
Zum Schluss noch eine Suchaufgabe:
Im Altarraum können Sie noch einen
Leuchter entdecken. Es ist ein Radleuchter,
den wir allerdings nicht zum
Leuchten bringen können.

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Viel Spaß auf Ihrer kleinen
Erkundungsreise.

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Die Kanzel

Die Kanzel

Als nach der Reformation die Verkündigung in Form von Predigten für den Gottesdienst in den Kirchen immer wichtiger wurde, mussten viele Kirchen umgestaltet werden.

Auch in St. Martin war es so. Nach dem westfälischen Frieden 1648 begann eine große Umorientierung, die bereits Martin Luther angeregt hatte. Die Gemeinde nahm nicht mehr schweigend am Gottesdienst teil, sondern sie betete mit, sie sang und sie hörte den Predigten zu, die oft 45 Minuten dauerten. Um besser zuhören zu können, kamen Sitzgelegenheiten – Bänke - in die Kirchen. Damit die Aufmerksamkeit nicht nachließ, war es natürlich günstig, dass die Gemeinde den Prediger sah und der Prediger mit der Gemeinde auch Augenkontakt hatte. So kamen die Kanzeln in die Kirchen.

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Der erste Standort unserer Kanzel war an der Nordwand, dort, wo jetzt das Bild vom sinkenden Petrus hängt. Wenn der Pastor auf die Kanzel ging, durchschritt er das prächtige Portal, das jetzt die Tür an der Nordwand (Sögelner Empore) schmückt.

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Die Bänke im Seitenschiff und auch im Hauptschiff waren auf die Kanzel hin ausgerichtet. Die Kanzel bildete so den Mittelpunkt der Kirche. Damit kam zum Ausdruck, wie wichtig die Verkündigung, die Predigt, geworden war, die ja bis heute für die meisten protestantischen Gemeindeglieder das Herzstück des Gottesdienstes ist.

 

 

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Bei der großen Renovierung 1956/1957 holte man die Kanzel an ihren heutigen Standort. Sie verbindet nun den Altarraum mit dem Kirchenschiff.

Gestiftet wurde die Kanzel von Bremer Kaufleuten, die auf ihren Geschäftsreisen des Öfteren in Bramsche weilten, da es verwandtschaftliche Beziehungen zu hiesigen Familien gab.

Das genaue Datum ist nicht bekannt. Sie wird aber vermutlich kurz nach dem Anbau des Seitenschiffes – 1696 – in die Kirche gekommen sein. Kunsthistoriker sind der Auffassung, dass sie aus der Quakenbrücker Werkstatt Jöllemann stammt, die zu der Zeit eine gewisse Bedeutung hatte.

Den Kanzelträger schmücken vier Akanthusblattranken. Der Kanzelkorb und der Schalldeckel sind sechseckig. Die Zahl „sechs“ ist eine symbolträchtige Zahl: An sechs Tagen erschuf Gott die Welt, am sechsten Tag der Woche ist Christus gestorben, und sein griechischer Namen (K-Y-R-I-O-S) hat 6 Buchstaben = Christus als Herrscher der Welt in Zeit und Raum.

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Den Kanzelkorb schmücken reife aufgeplatzte Granatäpfel. Eine Frucht, die damals wahrscheinlich noch niemand in Bramsche gesehen geschweige denn gekostet hatte.

 

 

 

 

Dazwischen stehen die Evangelisten mit ihren Symbolen, in den Händen ein Buch, ihr Evangelium:

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Matthäus ist als Weisheit eine Putte, also ein Kind zugeordnet worden. Welch eine Symbolik, ein Kind als Weisheit!

 

 

 

 

 

 

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Lukas – Stier, Symbol für Geduld, für Opferbereitschaft (Karfreitag)

 

 

 

 

 

 

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Markus erkennt man am Löwen, dem Symbol für Kraft und Stärke (Auferstehung-stärker als der Tod).

 

 

 

 

 

 

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Johannes – Adler, Symbol für Verbindung zwischen Erde und Himmel (Himmelfahrt).

 

 

Die Evangelisten wurden einige Jahre später von einer Bremer Kaufmannswitwe mit Bramscher Wurzeln gestiftet.

 

 

 

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Auch der Schalldeckel ist voller Symbolik. Die 12 grünen Metallicsteine verweisen auf das neue Jerusalem wie es in der Offb 21 beschrieben ist.

Die 12 steht auch für die 12 Jünger und Apostel.

 

 

 

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Unter dem Schalldeckel ist eine Taube mit weit ausgebreiteten Flügel als Symbol für den Heiligen Geist, der dem verkündeten Wort Kraft verleihen und die Herzen der zuhörenden Gemeinde erreichen möge.

 

 

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Oben auf dem Schalldeckel steht Christus, der Weltenrichter. Er hat die Weltkugel in der Hand als Zeichen der Macht.

Er ist weiß gekleidet wie das Licht. Wo Christus ist, da hat die Dunkelheit keine Macht mehr, in seinem Licht kommt alles zu Tage und als Richter wird er alles Verkehrte zurechtrücken.
Sein Gewand ist mit einer goldenen Borte umsäumt. Gold ist das Symbol für Gottes Herrlichkeit, den Himmel.

Alle großen und kleinen Dinge an der Kanzel wollen uns erzählen, wie wichtig für uns die Verkündigung der Liebe Gottes ist und dass einmal die Wahrheit ans Licht kommt und wir in dieses Licht eintauchen dürfen.

 

 

 

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
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Die große Tür vom Turm in das Hauptschiff

 

Die große Tür vom Turm in das Hauptschiff

Die Verbindung vom Turm durch die breite Tür zum Hauptschiff wurde in unserer Kirche St. Martin erst bei der großen Renovierung zwischen 1900 und 1906 geschaffen. Vorher betrat man die Kirche durch die beiden Türen im Seitenschiff.

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Die schönen Buntglasfenster im Jugendstil nehmen die Farben der Chorfenster auf, die auch in dieser Zeit entstanden sind. Durch diese farbigen Gläser gibt das einfallende Licht dem Turm und dem Hauptschiff ihre besondere Atmosphäre.

Tympanon
Oberhalb der Tür, im sogenannten Tympanon, ist eine einfache Rosette aus farbigem Glas.
Besonders gut erkennen kann man die Muster und Farben der Tür, wenn sie geschlossen ist. Gelegenheit dazu gibt es während der Öffnungszeiten der Kirche am Wochenende und am Sonntagnachmittag.


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Besonders schön und handlich ist die Türklinke. Sie liegt, wenn man die Tür öffnen will, sehr angenehm in der Hand. Ihre schöne Verzierung ist aber durch die ständige Benutzung inzwischen etwas abgegriffen. Beim genaueren Hinsehen ist aber die Ziselierung im Jugendstil noch zu erkennen.
Ich lade Sie ein, sich die Klinke und den Türbeschlag einmal genauer anzusehen und die Türklinke zu betätigen.

 

 

 

 

 

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Die Sakristei

Die Sakristei (lateinisch: heiliger Raum)
Nebenraum in Kirchen

Schon im frühen Mittelalter und auch in den alten Ostkirchen gab es Sakristeien, in denen die liturgischen Geräte wie das Abendmahlsgeschirr, die Paramente und Antependien (Gemeindebrief März 2012), Kerzen und andere Dinge des Gottesdienstes aufbewahrt wurden. Dieser Raum diente und dient bis heute auch der Vorbereitung aller am Gottesdienst aktiv Beteiligten.

Auch bei uns in St. Martin versammeln sich vor den Gottesdiensten alle Mitwirkenden – Geistliche, Kirchenvorstand, Küster, Organist und weitere, die Aufgaben im Gottesdienst übernommen haben, vorher in der Sakristei um evtl. noch Absprachen zu treffen und ein gemeinsames Gebet zu sprechen.
Unsere Sakristei gehört zur letzten Anbauphase der Kirche. Sie wurde im Zuge der großen Renovierung in den ersten Jahren des 20. Jh. an der Nordwand der Kirche errichtet.
Vorher diente ein alter Beichtstuhl den Pastoren zur Vorbereitung auf den Gottesdienst

Zu der Erweiterung kam es, nachdem im Jahre 1861 in Eisenach eine lutherische liturgische Konferenz empfohlen hatte, gesonderte Anbauten für die Zwecke der Aufbewahrung und Gottesdienstvorbereitung zu schaffen.
Die Praxis hatte ergeben, dass es sinnvoll wäre, einen ruhigen Ort außerhalb des Kirchenraumes zu haben, der der Sammlung und Konzentration auf den Gottesdienst dient.
Unsere Sakristei befindet sich an der Nordwand in der Mitte des Hauptschiffes.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Sakristei-Paramentenschrank.jpgSie hat rundherum eine Holzvertäfelung, eingearbeitet ist der Schrank zur Aufbewahrung der Antependien (Tücher, die vor dem Altar und der Kanzel hängen). An einer Seite der Holzvertäfelung befinden sich sehr schöne Holzschnitzereien, die vom alten Beichtstuhl stammen, der bis dahin als Sakristei diente.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Sakristei-Wandverkleidung-2.jpg

Man erkennt eine Art Gitter, das im Beichtstuhl den Beichtenden vom Priester trennte. 

Rechtecke mit geschnitzten Rändern verbinden die Gitterflächen. Darüber befinden sich Flächen mit besonders aufwendigen Rankenschnitzereien.
Außerdem läuft ein filigran gestaltetes, hölzernes Band, eine Art Bordüre, oberhalb dieser Elemente an der Wand entlang.

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Sakristei-Decke.jpgBesonders schön ist auch die bemalte Holzdecke, die in Anlehnung an die Gewölbemalerei gestaltet ist. Hier tragen die Ranken zusätzlich auch noch Weintrauben. Die Weintrauben weisen hin auf den Raum, in dem der Wein und das Brot – die Hostien – für das Abendmahl aufbewahrt werden.

Das Licht fällt durch mehrere bunte Rundbogenfenster ebenfalls in Anlehnung an die romanischen Fenster des Haupt- und Seitenschiffes.
Ich lade Sie ein, einmal nach dem Gottesdienst einen Blick in die Sakristei zu werfen und die schöne Holzvertäfelung und die Deckenmalerei zu bewundern.


Auch während der Öffnungszeiten der Kirche am Wochenende werden Ihnen die Mitarbeiterinnen der „Offenen Kirche“ gerne die Sakristei zeigen und auf ihre Besonderheiten hinweisen.

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
Herzlich Willkommen!

Der steinerne Altar

Der steinerne Altar

Betritt man einen Kirchenraum, so wird der Blick in dertl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Altar leer.png Regel unwillkürlich auf den Altar gelenkt. Er ist das Herzstück jeder evangelisch-lutherischen und katholischen Kirche. Immer ist der Altar besonders gestaltet. Die Wichtigkeit eines Altares kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass er etwas erhöht und über Stufen zu erreichen ist. So wird er von möglichst vielen Anwesenden
im Kirchenschiff gesehen. Der Standort der Altäre in den alten Kirchen orientiert sich an der Himmelsrichtung: Sie sind stets nach Osten hin ausgerichtet – dorthin, wo morgens die Sonne aufgeht, dorthin, wo der Orient liegt. Die Wichtigkeit unseres Altares wird auch an seinem Aufsatz deutlich - dem Retabel, wie es in der Fachsprache heißt.

Heute möchte ich aber nur über den Altarblock berichten.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Weihekreuz.pngBei unserm Altar in St. Martin handelt es sich um einen verputzten Steinaltar. Er könnte noch aus der Vorgängerkirche stammen. Dass der Altar sehr alt ist, davon zeugen (auch) die vielen Gebrauchsspuren und die kleine Beschädigungen. Die Altarplatte besteht aus einer großen dicken Sandsteinplatte, die aus vorreformatorischer Zeit stammt. Darauf deuten die Weihekreuze, die in die Platte – die Mensa – eingemeißelt sind, hin.

Hier am Altar ist der Ort, an dem Gott angerufen wird, hier werden die Gebete gesprochen und die Liturgie vorgetragen. Vom Altar aus werden am Ende jeden Gottesdienstes oder jeder Andacht die Anwesenden mit dem Segen Gottes entlassen. Hier am Altar feiert die Gemeinde das Heilige Abendmahl, und von hier aus wird bei allen 21 Feiern der Lebensabschnitte – wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Jubiläum – der ganz persönliche Segen gespendet.

Das Wort „Altar“ kommt vom lateinischen Wort „alta ara“ und bedeutet übersetzt: Opferherd. In frühen Zeiten war der Altar (ursprünglich) eine Vorrichtung, an dem Gott durch Verbrennen etwas geopfert wurde. Auch die Eltern von Jesus, Maria und Joseph, haben in Jerusalem nach dem gültigen Ritus zwei Tauben für die Geburt Jesu geopfert. Unsere Opfer heute sind die Anbetung durch unsere Gebete, unsere Lieder, unser Lob.

Paul Gerhardt dichtete in einer Strophe:


Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen
Güter und Gaben; was wir nur haben,
alles sei Gotte zum Opfer gesetzt!
Die besten Güter sind unsere Gemüter;
dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder,
an welchen er sich am meisten 
ergötzt.
(Ev. Gesangbuch Nr. 449, Vers 3 )

Dass die Altäre in den christlichen Kirchen keine Opfertische mehr sind, wird auch deutlich an ihrer Ausstattung: Sie sind hergerichtet wie ein festlich gedeckter Tisch mit einer weißen Tischdecke – der Altardecke – mit Blumensträußen und Kerzen. Ein besonderer Schmuck sind die Tücher - die Antependien – die vor dem Altar hängen und die uns durch ihre unterschiedlichen Farben zeigen, an welcher Stelle im Kirchenjahr wir uns befinden (siehe Gemeindebrief 1/12).

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Außerdem liegt auf dem Altar bei uns in der St. - Martin - Kirche das Gottesdienstbuch, in dem sich alle Texte zu den verschiedenen Gottesdiensten befinden. In anderen Kirchen – insbesondere in den reformierten Kirchen – liegt dort oft eine Bibel: Die Grundlage unseres Glaubens. Zu einem christlichen Altar gehört unbedingt ein Kruzifix oder ein Kreuz. Unser Kruzifix stammt wohl aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. (Von diesem und den anderen Kruzifixen und Kreuzen wird in einem späteren Gemeindebrief berichtet.) 

An den nächsten Sonntagen sind Sie nach dem Gottesdienst eingeladen, sich den Altar einmal genauer und aus der Nähe anzuschauen. (D.G.)

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
Herzlich Willkommen!

Das Altarretabel

Das Altarretabel,


tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Altar.jpgso wird die künstlerisch gestaltete Schauwand oder der Altaraufsatz hinter dem eigentlichen Altar genannt. Unser Altarretabel gehört kunsthistorisch zum Barock. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wird entweder gleichzeitig mit der südlichen Erweiterung der Kirche oder aber kurz davor in den Chorraum gekommen sein.[nbsp

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Altar-Wappen von Steuben.pngGestiftet wurde der Altaraufsatz von Heinrich Engelbert von Langen und seiner Ehefrau Anna Elisabeth von Steuben vom Gut Sögeln. Zwischen dem großen Abendmahlsbild und dem kleineren Gemälde vom Gleichnis des barmherzigen Samariters sind ihre Wappen zu sehen, die von zwei Engeln gehalten werden.

 

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Ein weiterer Hinweis auf Gut Sögeln, das durch einen inneren und äußeren Wassergraben geschützt ist, sind auch die beiden „Fischsirenen“, die keine Hände haben. Sie sind auf der untersten Ebene der Schauwand, der Unterwelt, angebracht.

 

 

 

 

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Zwischen diesen Sirenen stehen im unteren Teil des Retabels die Einsetzungsworte des Abendmahles: “Christi Leib für dich gegeben“ und “Christi Blut für dich vergossen“. Ein Hinweis, dass hier die Gemeinde das Heilige Abendmahl feiert. Dazwischen steht das Kruzifix.

 

 

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Über den Sirenen, auf der Ebene der Erde, stehen stilisierte Blumen und andere Pflanzen. Sie sind in der Erde verwurzelt und streben zum Licht. Pflanzen können auch für uns ein Sinnbild sein.

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Altar-Mathaeus.png

 

Auf den darüber liegenden Ebenen stehen die vier Evangelisten. Auf der linken Seite ist oben Matthäus dargestellt; er hat als Symbol der Weisheit einen Engel.

 

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Und darunter steht Lukas mit einem Stier, dem Symbol für Geduld und Opferbereitschaft.

Auf der rechten Seite sehen wir oben Markus mit dem Löwen, dem Symbol der Kraft und des Mutes.

Darunter steht Johannes mit dem Adler, dem Symbol der Erhabenheit und der Verbindung zwischen Erde und Himmel. 

Alle Evangelisten haben ein Buch in der Hand. Sie berichten im Neuen Testament aus unterschiedlichen Blickwinkeln über das Leben, das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Die vier Evangelien sind die Grundlage unseres christlichen Glaubens.

Die vier Evangelistensymbole stehen auch für die vier Himmelrichtungen als Zahl der Welt und versinnbildlichen so auch die Universalität der Christusbotschaft (siehe auch den Bericht über die Kanzel, Gemeindebrief vom März 2012).

Gekrönt wird der Altaraufsatz von einer Christusstatue. Sie zeigt Christus als den Auferstandenen. Gott hat ihn nicht im Tode gelassen, sondern hat ihn auferweckt. Als Zeichen dafür, dass er den Tod überwunden hat, hält er in seiner linken Hand die Siegesfahne, eine weiße Fahne mit einem roten Kreuz.

Zwischen je zwei Säulen stehen die beiden Altarbilder. Die Säulen haben sehr dekorative Kapitelle. Stilisierte Engel und andere barocke Schmuckelemente zieren den Altaraufsatz. Die Gesamtansicht des Altarretabels will uns fröhlich stimmen. Es fällt sofort ins Auge, wenn man die Kirche vom Turm her betritt. Das wird erreicht durch die überwiegend roten und goldenen Farben. Die Farbe Rot steht für die Liebe und das Gold für die Herrlichkeit Gottes. So will uns der gesamte Altar und auch die anderen Ausstattungsstücke darin erinnern, dass wir die Liebe Gottes weitergeben können und in der Kirche durch Feste und Feiern und Gottesdienste etwas erahnen von Gottes Herrlichkeit.

Die beiden Bilder des Retabels – das Heilige Abendmahl und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter - werden im nächsten Gemeindebrief vorgestellt. (DG)

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
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Das große Altargemälde: Das heilige Abendmahl

Das große Altargemälde:Das heilige Abendmahl

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/abendmahl-i.jpgNach der Reformation wurden mit den Kirchen auch viele Altäre umgestaltet: Insbesondere auf die großen Schauwände hinter den Altären sollte verzichtet werden. Aber vielen Gemeinden war das zu nüchtern. So empfahl Martin Luther, wenn sie nun unbedingt ein Bildprogramm haben wollten, dann sollte es am besten die Darstellung des Heiligen Abendmahls sein. Denn hier am Altar ist der Platz, an dem die Gemeinde es feiert.

In vielen lutherischen Kirchen sind darum Abendmahlsdarstellungen zu sehen.

In unserer Kirche fällt trotz des farbenfrohen Retabels das große Abendmahlsgemälde sofort ins Auge, wenn wir den
Altarbereich betrachten: Jesus hat gerade mit seinen Jüngern das Passahfest gefeiert – mit Wein, dem Passahlamm, den bitteren Kräutern und dem Brot.

Nun sitzen sie noch beisammen. Auf dem Tisch steht der Kelch, außerdem eine Kerze, eine Schale und einige Teller. Zwei Brote und ein Messer liegen ebenfalls auf dem Tisch. Ein weiteres Brot hält Jesus segnend in der Hand, er wird es brechen und den Jüngern geben: „Nehmt hin und esst!“

Danach wird er ihnen den Kelch reichen: „Trinkt alle daraus!“

Es ist das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feiert, bevor er festgenommen wird, zwei Gerichtsprozesse erdulden muss und schließlich unter Qualen am Kreuz stirbt.

Er versucht bei diesem Mahl den Jüngern zu sagen, was geschehen wird: Einer von euch wird mich verraten! Verraten
– warum, weshalb?

Für die Jünger ist das unvorstellbar. Was haben sie nicht alles mit ihm erlebt. Es waren doch bewegende, wunderschöne Jahre, die sie miteinander verbracht haben. Seine Erzählungen, Gleichnisse und Predigten gingen nicht nur ihnen ins Herz. Er hatte ihnen Gottes Liebe nahe gebracht. Und ihn sollte nun einer von ihnen verraten?
Unmöglich. Aufgeregt reden sie auf dem Altarbild in St. Martin zu zweit und zu dritt über diese unfassbare Ankündigung.
Was meint Jesus damit, wer soll das denn sein – einer von ihnen? Dieser Moment ihrer Verunsicherung ist auf unserem Altarbild dargestellt. Petrus ist sich sicher – ihm kann das nicht passieren. Er wendet sich der Tätigkeit mit dem Wasser zu. Ihm gegenüber sitzt Judas. Er beteiligt sich nicht an den Fragen und Gesprächen über das, was Jesus da voraussagt. Es sieht so aus, als ob er gleich aufstehen wird. Eine Hand stützt sich auf den Tisch, die andere, mit der er etwas hält, befindet sich auf seinem Oberschenkel.

Unten auf dem Gemälde liegt ganz ruhig ein Hund. Er scheint zu dösen und darauf zu warten, angesprochen zu werden. Der Hund auf unserem Bild symbolisiert das Böse: Es lauert überall. Nirgends sind wir vor ihm sicher. Nicht einmal in unmittelbarer Nähe zu Jesus. Der schlafende Hund ist eine Warnung an uns, dem Bösen in und um uns, keine Gelegenheit zu geben, aktiv zu werden und unser Handeln zu bestimmen.

Das Abendmahlsbild in St. Martin ist ganz speziell für unsere Kirche entworfen und gemalt. Das wird dadurch deutlich, dass sich die seitlichen romanischen Bögen des Hauptschiffes in dem Bild fortsetzen. Es scheint so, als wenn der Raum, in dem Jesus mit seinen Jüngern sitzt, die Fortsetzung des Kirchenschiffes ist. Wenn wir hier in der Kirche Gottesdienst
feiern und am Altar das Heilige Abendmahl empfangen, sind wir mit Jesus, seinen Jüngern und all den Menschen, die vor uns hier den Segen Gottes empfangen haben, verbunden. (DG)

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

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So. 14.30 –17.00
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Das obere Altarbild „Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter“

Das obere Altarbild „Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter“

Dieses Gemälde ist nach Meinung einer Kunsthistorikerin das wertvollste Ausstattungsstück in unserer Kirche. Es handelt
sich um eine niederländische Tafelmalerei und ist eine Kopie von dem Bild eines flämischen Malers. Außerdem gibt es einen fast identischen Kupferdruck, der in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München aufbewahrt wird.

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Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist ein zentrales Gleichnis, das Jesus auf die Frage “Wer ist mein Nächster“ erzählt hat – Lukas 10, 25 – 37.

Der Künstler hat die Begebenheit als Fortsetzungsgeschichte gemalt und die unterschiedlichen Situationen und Stationen in seine eigene Zeit versetzt – in das 17. Jahrhundert.
Beherrscht wird das Gemälde von dem Menschen, der unter die Räuber gefallen ist und den sie halbnackt liegen ließen.
Alles haben sie ihm weggenommen, sein Reisegepäck, vielleicht sein Transportmittel, sogar seine Kleidung, halbtot, so wird berichtet, also auch ein Stück seines Lebens.
Auch die dunkle rechte Seite des Bildes ist sehr beherrschend - ist dort ein Fels oder eher ein Baum angedeutet? Aus dieser Dunkelheit kam die Gewalt und verschwand darin wieder.
Links sehen wir zwei Gestalten, gemalt als katholischen Priester und evangelischen Pastor. Beide sind sehr vertieft in ihre Lektüre. Sie verkörpern einen Priester und einen Leviten. Beide Berufsgruppen waren für den Dienst im Tempel in Jerusalem zuständig. In der Gleichnisgeschichte gehen sie achtlos an dem geschundenen Menschen vorüber.
Ich denke, wenn der Maler hier zwei Geistliche als die Vorübergehenden gemalt hat, so hat er damit nicht nur die jeweiligen Amtsträger gemeint. Er bezieht sich damit auf die Christen beider Konfessionen, die zu der Zeit in einem sehr angespannten Verhältnis zueinander standen. Beide Konfessionen hatten viel damit zu tun, zu beweisen, dass ihre Lehre die jeweils richtige war.
Ein aufwendig gekleideter Mann aber wendet sich dem Überfallenen kniend zu, spricht ihn an und berührt ihn. Er gehört zur Volksgruppe der Samaritaner, mit denen die Juden keine Gemeinschaft hatten.
Das Reittier hinter dem Samaritaner schaut zu. Der Blick des Tieres ist so barmherzig, als wollte es die Zuwendung seines Herrn unterstützen und Bereitschaft bekunden, diesen armen Menschen zu tragen.
Ganz rechts sehen wir eine Winde mit 6 Blüten bzw. Knospen – sie stehen für die sechs Werke der Barmherzigkeit.
Nachdem der Samaritaner den Mann notdürftig versorgt hat, setzt er ihn auf sein Reittier.
In der Mitte des Bildes erkennen wir, wie die drei auf dem Weg weiterziehen zur nächsten Ortschaft. Hier übergibt der Samaritaner den Verletzten einem Gastwirt und bittet ihn, ihn auf seine Kosten zu pflegen. Diese Szene ist oben links dargestellt.
Über dem Weg und über der Landschaft und der Stadt wölbt sich der Himmel und macht ihn hell.
Die Aussage des Bildes deckt sich mit der Deutung Martin Luthers über das Gleichnis:
Der Samaritaner verkörpert Christus, seine prächtige Kleidung spiegelt etwas von Gottes Herrlichkeit wider. Er beugt sich hinunter zu der geschundenen und armen Menschheit - lindert ihre Schmerzen, versorgt die Wunden und trägt sie hinauf an einen sicheren Ort.
Die Christen aller Konfessionen werden gemahnt, nicht wie Priester und Levit nur mit sich selbst beschäftigt zu sein und darüber die Not und das Leid in unserer Welt aus den Augen zu verlieren.
Denn Christus hat nur unsere Augen, unsere Hände, unsere Füße und unser Herz.

In der Kirche liegt ein großes Foto des Gemäldes, auf dem die Details gut zu erkennen sind.

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

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Das St. Martin-Fenster im Seitenschiff

Das St. Martin-Fenster im Seitenschiff

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/St.Martin-Fenster.jpgWenn im Mittelalter eine Kirche den Namen St. Martin bekam, so war es eine wichtige Kirchengründung. Als im Jahre 1997 die Stadt und die Kirchengemeinde Bramsche ihr 900-jähriges Jubiläum feierten, stellte man fest, dass in unserer Kirche nichts an den Namenspatron St. Martin, Bischof von Tours, erinnerte. Verena Halbreder von Falkenstein konnte gewonnen werden, ein Buntglasfenster zu entwerfen - und seit 1999 haben wir nun im Osten des Seitenschiffes ein St.-Martin-Fenster. In der Mitte, einer Mandorla, ist die legendäre Mantelteilung dargestellt (Mandorla ist ein Fachbegriff
aus der Kunstgeschichte und bezeichnet eine Glorie oder Aura rund um eine ganze Figur. Sie ist zumeist mandelförmig.) Die Mandorla und auch der Schein um das Haupt Martins leuchten in einem kräftigen Gelb, der Farbe der Sonne, die erhellt und wärmt. Obwohl der Künstlerin bekannt war, dass die Mäntel der Reitergarde, der Martin angehörte, weiß waren, hat sie dem Mantel die Farbe der Liebe, rot, gegeben. Oben, in der Rundung des Fensters, da wo die Mandorla ihren Ursprung hat, kommen aus einem Kreis Zungen und weiße Tropfen. Sie symbolisieren den Heiligen Geist, die Kraft Gottes. Darüber wölbt sich ein blauer Himmel. Der Kreis, der keinen Anfang und kein Ende hat, ist ein Symbol für Gott. Gottes Geist umfängt, behütet und schützt Martin. Rechts unten sieht man bunte Kerzen, die an den Brauch der Laternenumzüge der Kinder am Martinstag erinnern. Im Fenster unten links sind jene Gänse zu sehen, die Martin verraten haben, als er in ihren Stall flüchtete, um sich der Wahl zum Bischof zu entziehen. Die Gänse verrieten ihn durch ihr lautes Geschnatter, woraufhin das Volk von Tours – nicht die Geistlichen der Region – ihn zu seinem Bischof wählte. Bald nach der Mantelteilung hat Martin seinen Soldatenberuf aufgegeben, sich taufen lassen und ist Einsiedler geworden. Er wollte in Ruhe die Bibel studieren und Gott nahe sein. Er lebte auch als Bischof bescheiden, zog sich immer wieder zurück in die Einsamkeit, um dort zu studieren, zu beten, auf Gott zu hören.
Wir wissen, dass er als Bischof großen Wert auf die Ausbildung der Priester legte und sie zu zweit in die gallischen Dörfer schickte, um dort mit den Menschen zu leben und ihnen das Evangelium zu predigen. Von Zeit zu Zeit kehrten diese Missionare dann zurück, um sich auszutauschen, zu lernen und wieder gestärkt zurück in die Dörfer zu gehen. Hier, in der Nähe von Tours, entstand die erste Art klösterlichen Lebens.
Bischof Martin war mutig und wagte es, dem weströmischen Kaiser, der in Trier residierte, zu widersprechen. Er kritisierte auch die Bischofskollegen, die lieber am Hof des Kaisers in Trier weilten als in ihren Diözesen. In der unteren Mitte des Fensters ist eine stilisierte Rose, in ihrer Mitte ein Herz und darin ein Kreuz zu sehen: das Wappen Martin Luthers. Damit erinnert die Künstlerin an einen zweiten berühmten Martin. Und es gibt viel Gemeinsames, was diese Männer verbindet: Ihre Frömmigkeit, die sich auf die Bibel gründete, ihr unerschrockenes Eintreten für ihre Überzeugungen, ihren Mut, Ungerechtigkeiten zu erkennen und zu benennen. Beide wurden am Ende ihres Lebens gerufen, einen Streit zu schlichten. Beide scheuten die Reise, weil das Alter beschwerlich geworden war. Aber beide konnten den Streit schlichten und verstarben an den jeweiligen Orten: Bischof Martin in Candes und Martin Luther in Eisenach.
Und wenn wir in die jüngere Geschichte blicken, sind noch zwei weitere Personen mit dem Namen Martin zu nennen: Martin Niemöller, der wie Bischof Martin Soldat war, bevor er Pazifist wurde und Martin Luther King. Es ist interessant, wie sich diese vier Lebensgeschichten an vielen Stellen ähneln.
Am 8. November 397 starb Bischof Martin, am 11.November wurde er begraben.
Martin Luther wurde am 10.November 1483 geboren und wahrscheinlich am 11. November, dem Martinstag, getauft.
St. Martin ist der erste heilig Gesprochene, der keinen Märtyrertod gestorben ist. Ich lade Sie ein, sich das Fenster einmal genauer anzuschauen.

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
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Das große Gemälde an der Nordwand: Der sinkende Petrus

Das große Gemälde an der Nordwand: Der sinkende Petrus

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/sinkender petrus.jpgMitten in unserer Kirche hängt dieses Bild, das vielen noch aus der Zeit vertraut sein dürfte, als es noch das Altarbild war. Die Christusgestalt leuchtete damals allen entgegen, die vom Turm aus in die Kirche traten. Ein tröstender Anblick.

Im Jahre 1883 feierte unsere lutherische Kirche den 400ten Geburtstag Martin Luthers. Aus diesem Anlass sollte ein neues Altarbild angeschafft werden. Die Schwägerin des damaligen Superintendenten Rinker, Frau Minna Blaß, wurde beauftragt, ein neues Altarbild zu malen.

In der Zeit vor der Erfindung der Fotografie war es gängige Praxis, Bilder von bekannten Künstlern zu kopieren. So wählte der Kirchenvorstand ein Gemälde von Richard Richter als Vorbild aus: Die Geschichte vom sinkenden Petrus, wie sie im Matthäusevangelium im 14. Kapitel aufgeschrieben ist.

Die Darstellung von Jesu Heilstaten entspricht der damaligen Frömmigkeit. So findet man gerade diese Geschichte nach der Vorlage von Richter in vielen Kirchen. Eine davon sah ich in einer Kirche in Lettland.

„Der sinkende Petrus“ wurde damals einfach vor das alte Abendmahlsgemälde in unserer Kirche gesetzt. Erst bei der großen Renovierung im Jahre 1956 entdeckte man das inzwischen vergessene Originalbild vom Abendmahl wieder. Die
Darstellung vom sinkenden Petrus bekam daraufhin einen neuen Platz: Zunächst im hinteren Seitenschiff, und nach der letzten Renovierung hängt sie nun an der Nordwand.

Das Bild wird beherrscht von der großen hellen Gestalt Jesu, der auf dem Wasser steht. Ein heller Strahlenkranz umgibt sein Haupt und er wendet sich Petrus zu, der im Wasser zu versinken droht, und der voller Angst mit der einen Hand das Gewand Jesu und mit der anderen die Hand Jesu ergreift. Im Hintergrund wird das Schiff, in dem die übrigen Jünger sind, von den Wellen mächtig hin und her gerissen. Am Himmel sind einige Sterne zu sehen. Es ist wohl die Zeit zwischen der Nacht und dem anbrechenden Morgen. Am Horizont zieht ein schmaler Lichtstreifen auf, die Nacht wird weichen, der Morgen macht sich schon bemerkbar.

Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass die Jünger ohne Jesus über den See an das gegenüberliegende Ufer fahren.
Jesus will nach dem anstrengenden Tag noch allein sein, um zu beten. Und die Jünger reden noch von dem ereignisreichen Tag, der hinter ihnen liegt. Was sie in den vergangenen Stunden erlebt hatten, hätten sie sich wohl in ihren Künsten Träumen nicht vorgestellt: Eine riesige Menschenmenge war ihnen in die Wüste gefolgt. Jesus hatte Kranke geheilt, hatte ihnen von Gott erzählt, von seiner Liebe zu den Menschen. Und dann kam der Abend. Gebt Ihr ihnen zu essen, seine Aufforderung. Lächerlich, fünf Brote und zwei Fische für so viele Menschen. Aber das Unfassbare geschah, sie wurden alle satt und es blieb noch viel übrig.

So und ähnlich werden die Jünger während der Überfahrt geredet haben. Aber auf einmal kommt ein Sturm auf. Und obwohl sie alle aus ihrer jahrelangen Arbeit als Fischer den See und seine Tücken kennen, bekommen sie mit einem Mal schreckliche Angst. Doch was ist das? Da kommt ja jemand auf sie zu, geht über das Wasser, als ob es keinen Sturm und keine hohen Wellen gäbe. „Ein Gespenst!“ - schreien sie. Eine noch größere Furcht überkommt sie. Aber, der da auf sie zukommt, ist kein Gespenst: Es ist die Rettung, es ist Jesus selbst. „Habt keine Angst, ich bin’s!“ ruft er ihnen zu. - Ja, da erkennen sie ihn! Die größte Angst ist vorbei. Und Petrus, Petrus ist begeistert. Er möchte so wie Jesus auch auf dem Wasser gehen können. „Ja, komm her!“, ruft Jesus ihm zu. Und Petrus traut sich. Er steigt aus dem Boot, geht Jesus entgegen. Wunderbar! Welch ein großartiges Gefühl! Aber auf einmal hört Petrus nur noch den Sturm. Er sieht und spürt die Wellen, das Tosen des Meeres - und er sinkt. Wo ist Jesus? Petrus hat ihn aus seinen Augen verloren – und er spürt, wie er immer tiefer sinkt. Er findet keinen Halt. All sein Mut ist plötzlich dahin. Er fürchtet, dass die Fluten über ihm zusammen schlagen. In seiner letzten Not schreit er so laut wie er nur kann: „Hilf mir, Herr!“ Schon ist Jesus bei ihm. Und Petrus ergreift dessen ausgestreckte Hand, mit seiner anderen klammert er sich am Gewand von Jesus fest. Er blickt nach oben, zu Jesus, die Dunkelheit weicht, er findet Halt. Die Angst ist auf seinem Gesicht noch sichtbar, aber sie lähmt ihn nicht mehr. Und Jesus redet Petrus an: „O Petrus, so schnell war dein Glaube dahin? Haben dich Zweifel überwältigt, hast du nur noch auf das dunkle Wasser geschaut, in die unergründliche Tiefe, hast du nur noch auf den Sturm gehört.“

Wir wissen, wie die Geschichte weiter geht: Jesus und Petrus treten zu den anderen Jüngern ins Boot. Der Sturm legt sich so plötzlich, wie er gekommen war. Als dann beide, Jesus und Petrus, zu den anderen ins Boot steigen, können die Jünger nur noch anbetend sagen: „Du bist wirklich der Sohn Gottes!“ Eine Geschichte mit gutem Ausgang. Darum nenne ich das Bild auch gerne „Die Geschichte vom geretteten Petrus“.

 

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
und natürlich zu allen Gottesdiensten.
Herzlich Willkommen!

Krippen in St. Martin

Krippen in St. Martin

Die figürliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte geht wohl auf Franz von Assisi zurück. Im Jahre 1223 soll er im Wald das Geschehen der Heiligen Nacht mit lebenden Personen und Tieren nachgestellt haben. Mit seiner berühmten Weihnachtspredigt machte er so den einfachen Menschen die Weihnachtsgeschichte verständlich.

Den entscheidenden Durchbruch zur Volkskrippe erhielt die Weihnachts-Krippe durch die Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation. Daher hat sie auch zunächst nur in katholischen Familien und Kirchen Einzug gehalten.

Mittlerweile gibt es auch in evangelischen Kirchen und Häusern Krippen, denn das Weihnachtsfest ist für die meisten Menschen das wichtigste Fest.

Weihnachtskrippen gibt es nicht nur bei uns in Europa. Überall auf der Welt gestalten Christen die Geburt Christi und stellen sie in ihr vertrautes, soziales Umfeld.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/weihnachtsfenster_ausschnitt2.jpgEin Kind wird geboren. Und dieses Kind, das Weihnachten zu uns kommen will, ist ein ganz besonderes Kind. Der Erzengel Gabriel hat es angekündigt, eine große Engelschar verkündet die Geburt Hirten, ausgerechnet einer Berufsgruppe, die damals kein Ansehen besaß.Wir haben in St. Martin im Altarraum das Weihnachtsfenster. Es wurde im Jahre 1905 vom damaligen Superintendenten Meyer und seiner Frau, geb. Bückman anlässlich ihrer Silbernen Hochzeit gestiftet. Das ganze Jahr erinnert es uns an Gottes Zusage:

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3, 16)

Die Altarkrippe aus den 60er Jahren steht zu Weihnachten im Turm. Nur die wichtigen Figuren sind dargestellt: Das Kind mit Maria und Josef und zwei Hirten mit Schafen. Es sind sehr schöne, ausdrucksstarke Figuren aus Ton.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Filz-Krippe-i.JPGEine Gruppe unserer Gemeinde hat vor einigen Jahren fleißig gefilzt. Entstanden ist eine Krippe mit vielen Figuren in einem Stall, der von zwei Kirchenvorstehern angefertigt wurde. In der Weihnachtszeit wird sie unter der Achmer-Empore aufgebaut. Hier gibt es viel zu sehen: das Jesuskind mit Maria und Josef, Engel, Hirten und Schafe, Ochs und Esel, Männer und Frauen, die Weisen mit einem Kamel und der Weihnachtsstern.
Vor der Krippe stehen etwas größere Schafe, die Kinder gerne auf den Arm nehmen oder streicheln können.

 

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

Fr. & Sa: 10.00 –12.00 und 15.00 – 17.00
So. 14.30 –17.00
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Die Glocken: „Klänge zwischen Zeit und Ewigkeit“

Die Glocken:
„Klänge zwischen Zeit und Ewigkeit“

Am Sonntag Kantate vor 60 Jahren (22.04.1951) wurden unsere vier Stahlglocken geweiht. Die drei großen Bronzeglocken mussten im März 1943 für Rüstungszwecke abgegeben werden. Nur 19 Jahre haben sie die Gemeinde mit ihren Klängen begleitet. Im Jahre 1838 wurden das letzte Mal die drei großen Glocken in Bramsche umgegossen. Diese Glocken hingen bis 1917 in unserem Turm. Auch sie mussten damals schon für Rüstungszwecke abgegeben werden. Nur eine kleine Glocke durfte bleiben.

Unsere Glocken laden ein zu den unterschiedlichsten Gottesdiensten, sie läuten die Sonn- und Feiertage ein, dreimal am Tag – um 8 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr – erinnert uns die Betglocke, inne zu halten. Glocken überbringen die traurige Nachricht vom Tod eines Menschen und sie begleiten ihn auf seinem letzten Weg auf dem Friedhof. Schade ist es, dass sie nicht mehr die neu geborenen Kinder begrüßen, so wie es früher üblich war, als die Gemeinde noch klein und überschaubar war.

Weihnachtsgottesdienste, Begrüßen des neuen Jahres, Osterjubel und Pfingstgottesdienste sind ohne volles, begeisterndes Glockenläuten nicht denkbar. Sie verbreiten eine festliche Stimmung über unserer Stadt. Wind und Wolken tragen die Klänge weiter über die Häuser und Plätze, über Felder, Wiesen und Wälder. Sie verweisen auf die Liebe Gottes, auf seine Zusage: Menschen sollen in Frieden leben. Und deshalb läuten Glocken immer für alle Menschen, auch für uns.

Seit 5000 Jahren haben Glocken Neues und Wichtiges angekündigt. Wenn sie ertönten, merkte man auf. Als der Namenspatron unserer Kirche Bischof in Tour wurde, schickte er Priester zu zweit in die gallischen Dörfer, damit sie dort das Evangelium verbreiten. Sie bekamen den Auftrag, in den Dörfern kleine Türme zu bauen und darin eine Glocke zu hängen. Sie sollte läuten, wenn die Priester mit ihrer Verkündigung begannen. So haben wir unserem Namenspatron, St. Martin, Bischof von Tour, unsere Kirchtürme mit den Glocken zu verdanken. Eine Kirche ohne Glocken können wir uns heute gar nicht  mehr vorstellen.

Glockenklang ist Musik, Klänge aus einer harmonischen Welt.

Von Werner Bergengruen stammt der Vers:

„Im Glockengeläut
berührt sich die Zeit
immer wieder mit ihrem Gegenpol,
der Nichtzeit,
und das ist die Ewigkeit.“

Oder:
Werner Bergengruen schrieb die Zeilen:

„Im Glockengeläut berührt sich die Zeit immer wieder mit ihrem Gegenpol, der Nichtzeit, und das ist die Ewigkeit.“

 

 

Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienste:

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So. 14.30 –17.00
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Die Glocken der St. Martin-Kirchengemeinde zu Bramsche

Die Glocken der St. Martin-Kirchengemeinde zu Bramsche

Die St.-Martin-Kirche besaß seit dem15. Jh. vier Bronzeglocken, die oftmals umgegossen worden sind, weil sie "geborsten" waren.

1838 wurden das letzte Mal die ersten drei Glocken umgegossen; nur die kleinste Glocke blieb über die Jahre hin verschont.

Es wird berichtet, dass das Hinabwerfen der größten Glocke am 23. Juli 1838 große Schwierigkeiten bereitet hat. Erst abends zwischen 21 und 22 Uhr, als es bereits dunkel war, konnte man sie mit sehr großer Mühe aus dem Turm werfen. Sie fiel auf die Seite und schlug bis zur Hälfte in die Erde. Man musste die Glocke dann wieder aus ihrem Loch herausholen, damit man sie zerschlagen konnte Das dauerte dann am nächsten Tag noch bis zum Mittag.

Für das Umgießen der drei Glocken bekam der Glockengießer Johann Baptist Dubios aus Münster 1.530 Thaler.

Die Ratsleute hatten beim König Ernst August in Hannover um eine Beihilfe zu den Kosten für die neuen Glocken gebeten. Dem Wunsch wurde mit 100 Thalern entsprochen.

Auch in Bramsche und den Bauernschaften, die ja zum Kirchspiel gehörten, wurden von Ratsmännern Spenden für die neuen Glocken gesammelt, Es kamen zusammen: 436 Thaler, 17 Groschen und 11 Pfennige.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Glockenabgabe 1917.JPG

Das Geläut mußte im 1. Weltkrieg im Jahre 1917 für die Rüstung abgegeben werden.

Nach dem Krieg wurde ein neues Bronzegeläut angeschafft. Am 01. Dezember 1924 war die Glockenweihe und Einbringung der neuen drei Bronzeglocken.

Auch dieses Geläut musste im 2. Weltkrieg für Rüstungszwecke abgegeben werden.

Am 18. März 1943 nahm Bramsche Abschied von ihren Glocken. Nur 19 Jahre haben sie bei Freud und Leid geläutet und zu allen Gottesdiensten durch ihr Läuten eingeladen.

Im Jahre 1952 verkaufte der Kirchenvorstand die letzte Bronzeglocke, die wahrscheinlich aus dem Jahre 1456 stammt, an Schilling-Heidelberg. Aus dem Erlös wurden zwei neue Glocken für die Kapelle Rieste gekauft, die auch ihre Glocken im Jahre 1943 für Rüstungszwecke abgeben mussten.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Glocken(1951)4.JPG1951 konnte, durch Spenden von der Kirchengemeinde aufgebracht, ein neues Geläut in den Turm aufgehängt worden. Diese neuen Glocken wurden aus Stahl gegossen in der Hoffnung, dass Stahlglocken nicht für Rüstungszwecke abgegeben werden müssten.

Gegossen wurden die neuen Glocken vom Bochumer Verein für Gussstahl­fabrikation in Bochum.

 

 

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Die Daten unserer vier Stahlglocken

Die Daten unserer vier Stahlglocken

Die "Dominante", das heißt die größte Glocke, hat ein Gewicht von 2537 kg, einen Durchmesser von 1900 mm, ihre Tonart ist "b" und sie trägt die Inschrift (Jer 22, 29):

"O Land, Land, höre des Herrn Wort!"

 

Die zweite Glocke wiegt 1.305 kg, hat einen Durchmesser von 1510 mm, ihre Tonart ist "d" und sie trägt die Inschrift (Eph 5,14):

"Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, 
so wird dich Christus erleuchten!“ 

 

Die dritte Glocke wiegt 749 kg, hat einen Durchmesser von 1260 mm, ihre Tonart ist "f' und sie trägt die Inschrift 
(Tess 5, 24):

"Getreu ist Gott, der euch ruft!“

 

Die vierte Glocke wiegt 518 kg, hat einen Durchmesser von 1110 mm, ihre Tonart ist "g" und sie trägt die Inschrift (Ps 68,20):

"Gelobt sei der Herr täglich!"

 

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Eine Besonderheit in St. Martin

Die Marmortafel am westlichen Pfeiler

Die Marmortafel am westlichen Pfeiler

Kämpften in dem ruhmreichen Kriege gegen Frankreich 1870/71Am westlichen Pfeiler mit Blick zur Orgel befindet sich eine Marmortafel. Die Überschrift auf der Tafel lautet:

“Kämpften in dem ruhmreichen Kriege gegen Frankreich 1870/71“

Darunter sind die Namen der Teilnehmer des Krieges nach den einzelnen Ortschaften, die damals zum Kirchspiel Bramsche gehörten, aufgeführt. Die Tafel hatte vor der großen Renovierung in den Jahren 1956/57 einen anderen Platz. Sie damals ganz aus der Kirche zu entfernen, dazu konnte sich der Kirchenvorstand nicht durchringen. So wurde sie hier am Pfeiler, fast ein wenig versteckt, angebracht.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Kriegstafel-i.jpgDas Besondere ist, dass es sich bei den aufgeführten Personen nicht um Gefallene, sondern tatsächlich um Teilnehmer des Krieges handelt.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts, am 5. Mai 1813, ordnete Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, an, in den Kirchen Erinnerungstafeln mit den Namen der Kriegsgefallenen aufzuhängen. Daraufhin wurden nach den späteren Kriegen Denkmäler mit den Namen der gefallenen Soldaten errichtet.
Und nach dem Krieg 1870/71 findet man sogar Kriegerdenkmale mit den Namen aller teilnehmenden Soldaten aus einem Kirchspiel bzw. einer Gemeinde.

Es ist in der Vergangenheit schon mehrfach darüber nachgedacht worden, diese Tafel aus der Kirche zu entfernen. Aber: Zum Einen ist es nicht möglich, die Tafel ohne große Schäden - auch am Pfeiler - abzuhängen. Zum Anderen sollten wir uns unserer Geschichte stellen und nicht verschweigen, dass sich die Kirche bis zum zweiten Weltkrieg immer als Unterstützerin von Kriegen gezeigt hat. Mit dieser Schuld müssen wir leben. So kann diese Tafel uns immer wieder mahnen und auffordern, wach zu bleiben und unser Verhalten kritisch zu hinterfragen.

„Kämpften in dem ruhmreichen Kriege“: „Ruhmreich“ - diesen Begriff verwenden wir aus heutiger friedensethischer Sicht nicht mehr. Die Ansicht, ein Krieg könne „gerecht und ruhmreich“ sein, haben die Kirchen glücklicherweise überwunden. Wenn wir heute in unseren Kirchen an Kriege erinnern, so wird nicht nur der Soldaten gedacht, sondern gerade auch der vielen zivilen Opfer, der Frauen, Männer und Kinder, die dem Krieg schutzlos ausgeliefert waren.
Diese Sichtweise fehlte leider bis zum Ende des zweiten Weltkrieges nicht nur bei uns in Deutschland.

Während und nach dem Krieg von 1870/71 wurde der Hass zwischen Deutschen und Franzosen weiter geschürt. Durch Landgewinn und hohe Reparationszahlungen der Franzosen gewann Deutschland an Macht, Einfluss und wirtschaftlicher Größe.
Für Frankreich war es besonders demütigend, dass sich der preußische König Wilhelm I. am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser krönen ließ. Der „gewonnene Krieg“ führte in Deutschland dazu, militärische Wertvorstellungen und Prinzipien weiter zu stärken. Darum wurde viel Geld für die Rüstung ausgegeben.

Historiker weisen darauf hin, dass dieser Krieg und die darauf folgende Militarisierung der Gesellschaft eine der Ursachen für den ersten Weltkrieg war. Vielleicht wäre es sinnvoll, unter der Tafel einen Hinweis unserer heutigen Sicht auf Kriege und ihre Opfer zu geben. Denn das Thema „Krieg und Frieden“ ist hoch aktuell. Wir merken das auch bei uns durch die vielen Menschen, die es oft auf abenteuerliche Weise geschafft haben, aus den Kriegsgebieten zu fliehen und in Europa Schutz suchen.

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Die Grabplatten im Turm und im Hauptschiff – Lebensgeschichten aus der Vergangenheit

Die Grabplatten im Turm und im Hauptschiff – Lebensgeschichten aus der Vergangenheit

Die sieben Grabplatten, von denen sich fünf im Turm und zwei Hauptschiff  befinden, weisen darauf hin, dass die St. – Martin – Kirche bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch als Begräbniskirche diente. Der begehrteste Platz für die letzte Ruhe war der Altarraum, in dem vornehmlich adlige Personen bestattet wurden.

Weil es immer wieder passierte, dass Abendmahlgäste auf den unebenen Grabplatten stolperten, beschloss der Kirchenvorstand bei der großen Renovierung um 1900, die Grabplatten aufzunehmen und an anderer Stelle zu platzieren.

Zunächst war vorgesehen, sie an den Wänden des Altarraumes aufzustellen. Die Sögelner Bauern aber widersetzten sich. Ihre Vorfahren hatten unter einigen Gutsherren gelitten und wollten nun die Peiniger ihrer Ahnen im Gottesdienst nicht vor Augen haben.

So einigte man sich darauf, nur die schönsten und wichtigsten Grabplatten an den Wänden im Turm aufzustellen.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 7-i.jpgLediglich eine der Grabplatten bekam im Hauptschiff einen sichtbaren Platz in der Nische der ehemaligen Ueffelner Tür in der Nähe der Kanzel, die zu der Zeit an der Nordwand ihren Platz hatte. Es ist die Grabplatte von Pastor Johannes Ostendorf, der hier während des 30jährigen Krieges im lutherischen Geist wirkte.
Nachdem er im Herbst 1645 zu einem Krankenabendmahl nach Rieste gerufen wurde, konnte der Pastor sich auf dem Rückweg nur durch Flucht in den überschwemmten Masch vor einer kaiserlichen – also feindlichen – Truppe retten. Nach stundenlangem Waten im kalten Wasser erkrankte er und starb am 8. April 1646. Er wurde neben dem Altar auf der Seite beigesetzt, an der den Abendmahlgästen der Kelch gereicht wurde. Darum ist dieser Grabstein auch so abgetreten. Bei starker Ausleuchtung ist Johannes Ostendorf in Lebensgröße mit einem Kelch zu erkennen. In lateinischer Schrift ist der Spruch aus Johannes 3, 16 zu lesen: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Außerdem sind sein Name und seine Lebensdaten zu erkennen.

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 6-i.jpgWohl aus Platzmangel kam die Grabplatte von Hinrich Engelbert von Langen und seiner ersten Ehefrau Sibille Agnese, geborene von Westerholt, etwas versteckt unter die Orgelempore. Die Inschriften berichten, dass Hinrich Engelbert von Langen am 5. Mai 1675 im Alter von 46 Jahren gestorben ist.
Seine Frau Sibille Agnese ist am 9. April 1660 bei der Geburt ihres Kindes gestorben. Einer der Bibelsprüche (1. Timotheus 2, 15) auf der Grabplatte weist darauf  hin:
“Das Weib wird selig durch Kinderzeugen, so sie bleibt im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.“
Der andere Spruch auf dem Grabstein stammt aus Psalm 4, 9: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne“.
Auf diesem Grabstein und einem weiteren im Turm fallen die vielen Wappen auf. Um in Stiften, Domkapiteln und Ritterorden aufgenommen zu werden, mussten die Adeligen nachweisen, dass sie eine ununterbrochene adelige Abstammungsreihe nachweisen konnten, auch mütterlicherseits. Es handelt sich also um die Wappen der jeweiligen weiblichen Vorfahren.

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 5-i.jpg

 

Die Grabsteine im Turm:
Bei dem östlichen Grabmal an der Nordseite handelt es sich um den Richter und Geografen zu Vörden  und Bramsche, Johannes Amelingus Klövekorn, geboren 1662, gestorben am 2. Juni 1716, und seine Ehefrau Margaretha, geborene Schmids aus der Möhringsburg, geboren 1668, gestorben 171_. Das Jahr ist nicht mehr zu erkennen. Der Bibelspruch stammt aus 1. Korinther, 57: „Gott hat uns den Sieg gegeben“. Die Eheleute Klövekorn haben unserer Gemeinde einen Abendmahlskelch gestiftet. Leider ist diese Grabplatte an vielen Stellen abgetreten und die Schmuckelemente sind nicht mehr genau zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 4-i.jpgDie linke Grabplatte an der Nordseite zeigt Heinrich von Langen, der Gut Sögeln 1590 erwarb, und seine Frau Helena von Langen, geborene Aswede, beide in betender Haltung.
Heinrich von Langen ist in seiner Ritterrüstung dargestellt. Seinen Helm, seine Handschuhe und sein Schwert hat er abgelegt. Diesen Schutz braucht er nun nicht mehr.
Seine Frau präsentiert sich in ihrem Sonntagsstaat – langes Gewand, Stola und Halskrause.
Als Jahreszahl ist nur noch die 1616 zu erkennen. Aus anderen Quellen wissen wir, dass beide im Jahre 1616 kinderlos starben und sie in ihrem Testament verfügt hatten, dass der Neffe von Heinrich, Adam von Langen, die Nichte von Helena, Helene von Aswede, heiraten und das Gut erben sollten. Die geistliche katholische Behörde allerdings verweigerte die Eheschließung: zum einen wegen der Verwandtschaft im dritten oder vierten Grade, zum anderen, weil beide lutherisch waren. Sie sollen aber trotzdem zusammen gelebt und dann nach dem Einzug der Schweden in Osnabrück im Jahre 1633 geheiratet haben.
Der Bibelspruch auf dieser Grabplatte kommt aus Johannes 3, 16: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

 

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Der nächste Grabstein, rechts an der Westwand des Turms, ist der Grabstein von Hinrich Adam von Langen, gestorben 1652, und seiner Frau Helena, geborene Aswedde, gestorben 1653. Einer ihrer Grabsprüche stammt aus Hebräer 13, 14 und lautet: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Der andere ist aus Psalm 90, 10: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe“.
In der Mitte dieser Grabplatte sind die beiden Wappen des Ehepaares zu sehen. 16 Wappen rahmen den Grabstein ein. Dabei handelt es sich wiederum überwiegend um die Wappen der weiblichen Vorfahren des Ehepaares, die deren ununterbrochene adelige Abstammung beweisen sollen.

 

 

 

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 1-i.jpg

Ein weiterer Grabstein aus der Familie von Langen ist ganz links angebracht. Hier sind die Wappen der Eheleute oben zu sehen.  

Joachim Henrich von Langen ist der Sohn von Sibille Agnese, geborene von Westerholte, die bei seiner Geburt 1660 verstarb. Gestorben ist Joachim Henrich von Langen im Jahre 1722. Seine Ehefrau Judith Sybilla von Schele ist im Jahr 1662 geboren und starb am 2.Januar 1716.
Auffallend an diesem Grabstein ist, dass im Mittelpunkt nicht nur die Lebensdaten der Eheleute zu lesen sind, sondern auch der Stand und die Titel von Joachim Henrich von Langen aufgeführt sind.

 

 

 

 

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Kirche/Grab 2-i.jpgZwischen diesen beiden zuletzt aufgeführten Grabplatten der von Langen unter dem großen runden Turmfenster befindet sich die Grabplatte von Dietrich Georg von Varendorf, geboren am 13. Mai 1642, gestorben am 22. Dezember 1711, Erbherr von Haus Rieste und seinen beiden „Eheliebsten“ – wie auf dem Grabstein zu lesen ist: Jacobina Elisabetha, geborene von Monsbruch, geboren am 16. September 1660, gestorben am 24. März 1688, und Regina Elisabetha, geborene  Klovekorn; von ihr sind die Lebensdaten nicht mehr lesbar.
Auch auf dieser Grabplatte sind die Wappen ihrer Familien zu sehen. Und auch diesen drei Personen sind Bibelsprüche zugeordnet. Psalm 31, 6 für Dietrich Georg: „In deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“ Für die beiden Ehefrauen ist ein Spruch aus 1. Korinther 6, 14 ausgesucht worden: „Gott wird uns auferwecken durch seine Kraft.“

 

 

 

 

An der Gestaltung der Grabplatten sehen wir, wie wichtig die Familie, die Sippe, gerade für die adeligen Personen in der Vergangenheit war. Bemerkenswert aber ist auch, dass auf allen, außer auf einer Grabplatte, Trost- und Segensworte aus der Bibel zu finden sind. So erzählen die Grabsteine uns Lebensgeschichten. Und ähnliche Lebensläufe und Schicksale gab und gibt es aus allen Bevölkerungsschichten bis heute, auch wenn sie nicht wie hier auf den Grabplatten festgehalten wurden.

 

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So. 14.30 –17.00
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Das Auferstehungsfenster in der Friedhofskappelle an der Osnabrücker Straße

Das Auferstehungsfenster
in der Friedhofskappelle an der Osnabrücker Straße

tl_files/Kirchenkreis Bramsche/Gemeinden/Bramsche St. Martin/Bilder/Friedhof St.Martin/Friedhofsfenster-frei-i.pngAls im Jahre 1958 die Friedhofskapelle gebaut wurde, wünschte man sich ein Fenster, das den Namen der Kapelle – Auferstehungskapelle – verdeutlichen sollte.
Dafür gewann man Heinz Lilienthal aus Bremen-Lesum, einen Künstler, der bereits viele Kirchen mit Glasfenstern und anderen Kunstwerken ausgestattet hatte.
Auch in der St.-Johannis -Kirche in der Gartenstadt hat er nicht nur die Glasfenster gestaltet, sondern auch alle anderen Ausstattungsstücke wie Kreuz, Kanzel, Lesepult, Taufe und anderes.
Mancher Betrachter kritisiert, dass das Fenster nicht „schön“ sei. Ja, einige finden es sogar „schrecklich“. Ich möchte Sie darum einladen, nachzuspüren, was der Künstler versucht hat, auszudrücken.
Die Kapelle ist ein Ort der Trauer: Vielen Menschen fällt der Abschied von einer nahe stehenden Person sehr schwer, und der Schmerz über einen Verlust begleitetet sie in diesen Raum.
Bevor man die Kapelle betritt, fällt der Blick auf das in dunklen Tönen gehaltene Fenster mit dem Fensterkreuz über dem Portal.
Im Inneren aber fällt der Blick auf das große Fenster, bei dem helle Farben überwiegen. Die Farbe Blau, die Farbe des Himmels bestimmt das Bild.
Inmitten der unterschiedlichen Blautöne aber erstrahlt Christus in Weiß, der Farbe des Lichtes. Diese Darstellung erinnert an Christus, den Weltenrichter auf dem Kanzeldeckel in unserer Kirche und ebenso an Jesus – in strahlendem Weiß – auf dem Bild an der Nordwand (Sinkender Petrus) der Kirche.
Hinter Christus leuchtet ein kräftiges Gelb, hier symbolisiert es das Gold, den Glanz und die Herrlichkeit Gottes.
Ganz oben in der Spitze des Fensters ist
ein weiterer Hinweis auf Gott gegeben: Eine Taube, Symbol des Heiligen Geistes, kommt von Gott gesandt herab auf Christus.
Der auf dem Fensterbild dargestellte Christus scheint gerade aus dem Grab zu steigen. Er hebt segnend die Hände und ruft uns zu: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Das ist auch die Inschrift auf der Glocke im Dachreiter.
Im unteren Teil des Fensters überwiegen die Braun- und Grautöne, die Farben der Erde, der Trauer, der Not und des Grams, des Schmerzes über den Abschied, des Kummers und der Sorge. Sie sind auf diesem Bild nicht ausgeblendet. Ein Mensch erinnert durch die drastische Darstellung eines Totenkopfes an das Erschrecken, das durch den Tod immer wieder hervorgerufen wird. Ein anderer wiederum ruht entspannt, scheint zu schlafen und strahlt Gelassenheit aus. Das sind sicher Erfahrungen, die Menschen machen, die hier in der Kapelle Abschied nehmen von einem nahe stehenden Menschen. Da ist einmal das Erschrecken über den Verlust. Zum anderen aber die Gewissheit, dass unsere Toten nun geborgen sind bei Gott, wo es kein Leid mehr gibt, keinen Schmerz, keine Tränen und keinen Tod.
Eine weitere Gestalt steht neben den beiden Liegenden. Ihre Arme sind nach oben gerichtet. Es könnte sein, dass sie damit auf Christus weist. Hinter ihr steht in schützender Haltung ein Engel, der sie unterstützt.
Dieser Mensch könnte aber auch ein Trauernder sein, der in einer verzweifelten Geste die Arme nach oben streckt. Auch bei dieser Deutung kommt zum Ausdruck, dass seine Not durch den Engel wahrgenommen und er getröstet wird.
Auch auf der anderen Seite von Christus ist noch ein anderer Engel zu erkennen. In einer der Ostergeschichten wird ja berichtet, dass ein Engel den trauernden Frauen, die zum Grab Jesu gekommen waren, die Osterbotschaft verkündet, dass Jesus auferstanden ist.
Der Name der Friedhofskapelle, „Auferstehungskapelle“ und insbesondere das große Fenster wollen uns darauf hinweisen, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Jesus hat Not und Schmerzen, Verachtung, Verleumdung und all die anderen schrecklichen Dinge, unter denen bis heute viele Menschen leiden, selber erlebt.
Auch wenn es so aussah, dass Gott ihn verlassen hat, so hat letztendlich das Leben gesiegt.
So will das große Fenster in der Auferstehungskapelle uns in aller Trauer trösten und hinweisen auf Christus, der bei uns ist, über den Tod hinaus.

 

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