Wochengruß von Pastor Jürgen Kuhlmann

Wochengruß zum 1. Sonntag nach Trinitatis

Eine Seefahrt, die ist lustig ... ???
"Eine Seefahrt, die ist lustig ....welcher Blödmann hat sich bloß das Lied ausgedacht?"
Johannes weiß auch nicht, warum ihm gerade jetzt das Lied einfällt. Eben noch war es ganz ruhig auf dem See. Jesus hatte sich ins Boot gesetzt und den vielen Leuten am Ufer von Gott erzählt. Viele Stunden lang. "Ganz schön anstrengend. Für Jesus, aber auch für uns Jünger."
Jetzt ist es schon Abend geworden. "Klar, ein Messias braucht auch mal eine Pause!", denkt Johannes. Er fand, es war eine gute Idee, mit Jesus und den anderen Jüngern ans andere Ufer zu fahren. Sie sind oft über den See geschippert. Das hätte auch gar nicht lange gedauert. Aber jetzt hat Johannes Angst. Dabei gehört er doch eigentlich gar nicht zu den großen Angsthasen. Zu denen, die die schnell die Hosen voll haben. Es fing ganz harmlos an.
Mit einer leichten Brise. "Alles ganz easy.", dachte Johannes am Anfang. Die Brise tat gut. Aber dann wurde der Wind immer stärker. Und jetzt war aus der Brise ein richtiger Sturm geworden. Hohe Wellen. Das Wasser schwappt ins Boot. Das ist alles andere als lustig.
Johannes ist nicht der Einzige, der Angst hat. Alle anderen befürchten auch, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Alle anderen? Johannes glaubt, er guckt nicht richtig. Das kann doch nicht wahr sein. Da hinten liegt Jesus auf der Bank und schläft. Seelenruhig.
Unglaublich. Johannes und die anderen wecken ihn. Und dann? Jesus wacht auf ...und bleibt ruhig. Die Jünger fassen es nicht. Sie fragen ihn: "Ist es dir egal, dass wir untergehen?"
Jesus sagt erst mal nichts. Er steht auf. Dann sagt er doch etwas. Zum Sturm und zur See:
"Schweig! Sei still!" Johannes hat Zweifel. "Ob das was nützt?" Tatsächlich. Der Sturm legt sich, der See wird ruhig. Eigentlich könnten Johannes und die anderen auch wieder ruhig werden. Das in die Hose gerutschte Herz könnte wieder etwas höher schlagen.
Aber die Angst bleibt. Das hätten sie Jesus doch nicht zugetraut.
Johannes hofft, dass sein Vertrauen noch größer wird.
Aber bei stürmischer See seelenruhig schlafen?
Das wird er wohl nie schaffen.
(nachzulesen in der Bibel: Neues Testament, Markus-Evangelium, Kapitel 4, Verse 35-41)

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.