Wochengruß von Pastorin Stefanie Lohmann

Nachricht 03. September 2018

“Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter bunt. So lautet der Anfang eines Gedichtes, das ich als Grundschülerin auswedig gelernt habe.Die Herbstzeit ist ja auch die Zeit, wo wir auf Leitern stehen, um das leckere Obst von den Bäumen zu holen.Mein Vater rief mir oft vom Fuß der Leiter zu:”Keine Angst! Ich stehe hier und halte die Leiter fest. Dir kann nichts passieren. Nimm bitte immer erst einen Fuß auf die nächste Sprosse. Und wenn du dann sicher stehst, erst dann lässt du die Hände los und fasst nach.”Gut, wenn es so jemanden gibt, der hilft und solche Tipps gibt. Jemanden, der beisteht, anleitet und Sicherheit vermittelt.

Nicht nur am Anfang des Lebens, als Kind, ist das nötig. Nein, denn immer wieder gibt es Stufen und Abstände, bzw. Lücken, dies es für jeden und jede zu überwinden gilt. Nur so kommen wir schließlich auch voran, höher und weiter. Deshalb steht die Leiter auch für Träume und Sehnsüchte in unserem Leben. Gott sei Dank werden wir im Laufe des Lebens trittsicherer. Wir wissen eher, wie wir etwas angehen oder anpacken müssen und haben vieles selber im Griff und auch das ein oder andere schon erreicht. Doch geht es im Leben nicht immer leitermäßig nach oben.

Wir kennen alle die Auf und Abs im Leben. Und manchmal sind wir eben gezwungen, einen Schritt zurück zu gehen. Der Blick zurück oder nach unten kann zufrieden aber auch schwindelig machen oder ängstigen. Der Blick nach oben lässt vielleicht fragen: Schaffe ich den Rest auch noch? Wie weitermachen? Wie durchhalten? Werde ich dort ankommen, wo ich hin will? Wie lange noch?

Da ist es gut, wenn jemand sagt: “Hey ich bin bei dir. Ich gehe voran. Keine Angst. Du schaffst das.” So ist es auch Jakob ergangen, wie das erste Buch der Bibel erzählt. Und auch ich durfte Ähnliches von beiden Seiten erleben. Nämlich, wo mir das zugesagt und dadurch geholfen wurde. Aber eben auch, wo ich jemandem auf diese Weise Mut machen konnte.

Wir können solche Engel an der Leiter sein, wie Jakob sie im Traum gesehen hat. “Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du auch hingehst. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.”, verspricht Gott ihm. Gott schenkt uns allen solche Himmelsleitern, damit wir aus Tiefen herauskommen. Er unterstützt uns, weiter und höher zu kommen. Die Schritte gehen und Stufen nehmen, uns festhalten, klar, das müssen wie schon selber. Um Gott nahe zu sein, brauchen wir aber gar nicht immer weiter nach oben zu streben. Gott ist uns auf jeder Stufe unseres Lebens gleich nah. Ob am Anfang oder im Herbst des Lebens. Gott bringe uns dem Himmel nah und bewahre uns vor Abstürzen.

Gott segne uns auf unserer Lebensleiter, wo immer wir auch gerade stehen. Amen.

Pastorin Stefanie Lohmann, Gehrde