Wochengruß von Diakon Johannes Kuhnert-Kohlmeyer

Nachricht 03. März 2019

„E“ wie „Engel“

„Himmlische Bodyguards“: Schutzengel

Man kennt sie aus dem Fernsehen oder aus einschlägigen Illustrierten: Die diskret und sehr korrekt gekleideten sportlichen Männer, die aufmerksam um sich schauen und jede Bewegung im Umfeld registrieren. Fast immer haben sie einen „Knopf im Ohr“ oder ein Funkgerät in der Hand. Und manchmal schaut bei geöffnetem Jackett der Pistolenhalfter heraus.

Sie ahnen, dass ich von Leibwächtern spreche, die wichtige Persönlichkeiten auf Schritt und Tritt begleiten. Von den „Bodyguards“, wie man sie neudeutsch nennt.

Ganz unsympathisch ist der Gedanke nicht: Vom Himmel her so etwas wie einen persönlichen „Bodyguard“ zu haben. Nicht nur Versicherungen halten mit ihrer Werbung solche Wünsche in uns wach. So ein „himmlischer Bodyguard“ hätte ja den Vorteil, nicht mit Sonnenbrille und Pistole bewaffnet sein zu müssen, er hätte ja übernatürliche Kräfte. „Unser Leben wäre doch leichter, wenn wir es so behütet und begleitet angehen können“, wird vielleicht mancher jetzt denken.

Mit den Schutzengeln verbinden sich uralte Glaubensvorstellungen der Menschen. In der jüdisch-christlichen Tradition haben Menschen immer schon auf die Nähe Gottes vertraut, wenn sie Angst hatten und sich bedroht fühlten. Die Nähe Gottes gab ihnen Schutz und Halt. Damit das Volk diese Nähe entdeckt und eindringlich spürt, sendet ER seine Boten. So heißt es im alttestamentlichen Buch Exodus: „So spricht Gott, der Herr: Ich werde einen Engel senden, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen…“ (Exodus 23,20) 

Für mich steckt in dieser Stelle ganz viel Ermutigung für das eigene Leben: Gott will meine Wege mitgehen – so ist es mir versprochen! Damit ich den richtigen Weg finde, sendet er Boten. Die Engel begleiten mich in allen Höhen und Tiefen meines Lebens, sie helfen mir im Kampf gegen das Böse und geleiten mich in der Stunde des Todes auf dem Weg zu Gott. Diese Botschaft lässt mich zuversichtlich in den neuen Tag und in die neue Woche gehen. Denn ich weiß, „Bodyguards“ brauche ich nicht, weil Gott mich mit seinen guten Engeln begleitet.