Wochengruß von Pastorin Anke Kusche

Nachricht 09. Dezember 2018

„A“ wie „Abraham“

Und der Herr sprach zu Abraham: „Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen ... .“ Da zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abraham aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran auszog.

(1. Mose 12,1.2.4)

Abraham, auf ihn geht alles zurück. Er ist der Urvater Israels, der erste in einer langen Ahnenreihe: Abraham, Isaak und Jakob. Auch im Neuen Testament ist Abraham an vielen Stellen Vorbild, Urbild, Vater des Glaubens. Abraham, der sich von Gott herausrufen ließ aus seiner sicheren Existenz, der wieder Wanderschuhe anzieht und sich auf den Weg macht auf der Suche nach dem Land, in dem Milch und Honig fließen. Seine Berufung wird erstaunlich knapp erzählt: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. Und Abraham geht los. Von Zweifeln und Bedenken wird nichts erzählt. Am Anfang steht Gottes Ruf, sein Versprechen und die Gewissheit Abrahams, dem fraglos folgen zu können.

Abschied und Aufbruch. Beides gehört offenbar existenziell zu unserem Leben und zu unserem Glauben dazu. Wieso ist das so? Haben wir nicht schon genug Unruhe im Leben? Im Beruf, wenn die Firma an einen anderen Produktionsort zieht, dann heißt es: mitgehen ... Wanderschuhe anziehen ... oder du verlierst den Job. Oder in der Familie, wenn die Eltern sich trennen, um woanders noch einmal ganz neu zu beginnen, dann müssen die Kinder mit, ob sie nun wollen oder nicht, müssen Wanderschuhe anziehen ... so wie Abraham.

Für mich ist die Geschichte Abrahams eine Mutmachgeschichte. Sie sagt mir: Das Leben ist oft unruhig und herausfordernd. Und der Glaube ist es oft genug auch. Aber Gott ist ein Gott, der mit dir geht, der dich begleitet – durch alle Höhen und Tiefen hindurch.

 

Anke Kusche, Pastorin in Fürstenau