Wochengruß von Pastor Markus Unterderweide

Nachricht 18. August 2019

„Q“ wie „Quellen“

Auch in Norwegen brannte in diesem Sommer die Sonne vom Himmel. Wir gingen einen Weg, der nacheinander an vier Wasserfällen vorbei führte. Ein Fluss stürzte viermal aus großer Höhe die Felswände hinunter. Entsprechend steil und lang war der Aufstieg. Viele Wanderer waren dort mit Zelt unterwegs. Für sie ging es oben auf einer Hochebene weiter. Dort gab es auf mehr als 100 km ein paar Wanderhütten, sonst nur Steine, Felsplatten, einige Gräser und Wildblumen. Ihre Lebensmittel schleppten sie mit. Doch um den Durst zu löschen mussten sie Bäche oder Seen anzuzapfen. Dort gilt die Devise: Je näher du an der Quelle bist, umso sauberer ist das Wasser. Nahe an der Quelle sind Verunreinigungen durch Tiere oder Menschen unwahrscheinlicher. Deshalb füllt man seine Trinkvorräte möglichst weit oben, möglichst nahe an der Quelle. Ohne diese Quellen, Bäche und Seen überlebt man in der rauen Natur dort oben nicht lange. „Bei dir ist die Quelle des Lebens“ (Ps 36,10a) So dichtete ein Mensch, der wusste, wie wichtig das Wasser ist. Ohne Quellen gäbe es kein Leben. Bei Gott die Quelle des Lebens zu entdecken, das bedeute:

Gott als den Schöpfer zu erkennen. Er hat das Leben ins Leben gerufen. Ohne Gott gäbe es kein Leben.
Gott als den zu erkennen, der uns täglich mit Lebensmitteln versorgt. Physische und psychische Nahrungsmittel bietet er uns an. Menschen empfangen, was sie für Körper und Seele brauchen direkt oder indirekt von ihm.
Gott in seiner erfrischenden Kreativität zu entdecken. Wo wir uns von Gottes Wort in der Bibel inspirieren lassen, da gibt es unendlich viele frische Ideen. Sie können uns aus mach kirchlich-traditioneller Verengung herausführen. 

Denn bei Gott finden wir auch die Quelle unseres kirchlichen Lebens. Die Quelle der gegenwärtig noch kräftig sprudelnden Kirchensteuereinnahmen wird in absehbarer Zeit trockener werden. Wir sollten diese nicht zur Quelle unseres Lebens hochstilisieren, sondern die Mittel, die uns anvertraut sind, mit dem Ziel einsetzen, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, in Gott die Quelle des Lebens zu entdecken. 

Die Wasserfälle in Norwegen sind ein beeindruckendes Naturschauspiel. Der Weg ist anstrengend, aber das erfrischende Wasser stets in der Nähe. 

Genau so möge Gott als Quelle des Lebens an unserer Seite sein.