Wochengruß von Pastor Stephan Wallis

Nachricht 29. September 2019

„T“ wie „Traubensaft oder Wein“

Die Gemeinde Hunteburg durchlebt mit ihrem neuen Pastor eine Reihe von Veränderungen, wobei das noch nicht ausgemacht ist, ob sich diese Veränderungen positiv auswirken, oder nicht. Aber Veränderungen sind erstmal nötig, weil wir den Anschluss an das 21.Jahrhundert nicht verpassen wollen. In Hunteburg wird momentan eine Diskussion geführt: Wenn man die Konfirmanden jetzt schon zum Abendmahl zulässt, was können wir als Christen verantworten: Traubensaft oder Wein? Und daran anschließend die Fragen nach der Bedeutung und Wertigkeit dieses Sakraments.

Was würden Sie am Abendmahl ändern? Ich finde wichtig, dass es ganz unterschiedliche Abendmahle gibt: es gibt auch fröhliche Feiern wie den Ostersonntag oder eine Abendmahlsfeier draußen bei einem Kirchentag, es gibt ernste Situationen am Karfreitag oder bei einem Trauerfall. Da sollte uns das Abendmahl trösten und stärken. 

Was ist das Besondere am Abendmahl? Dass Erwachsene die Abendmahlsfeier würdig und mit dem entsprechenden Ernst genießen? Oder ist das Abendmahl nicht auch für diejenigen da, die dement sind, die geistig eingeschränkt leben müssen, und auch die Kinder gehören doch zu uns Christen. Und was ist daran schlimm, wenn sie mit ihrem Verständnis an einem Abendmahl teilnehmen? Eventuell nur das Brot mit einander brechen? Die einen sagen: Auch Kinder dürfen schon am Abendmahl teilnehmen. Wie ist das mit dem Wein? Ist es nicht besser, dann Traubensaft zu reichen? Unsere Konfirmanden meinen, nein, wir sollten erstmal nichts ändern. Andere meinen, erst mit der Konfirmation werde man zum Abendmahl zugelassen! 

Warum können evangelische und katholische Christen nicht miteinander Abendmahl feiern? Zumindest in der evangelischen Kirche ist das heute möglich und sinnvoll.  In der katholischen Kirche ist die Teilnahme an einem evangelischen Abendmahl dem Gewissen des einzelnen Gläubigen überlassen. Aber mir reicht das als ev.Pfarrer noch nicht. Deshalb feiern wir in Hunteburg auch das ökumenische Agapemahl…

Und ist es nicht unhygienisch, dass wir alle aus einem Kelch trinken?

Zu Jesu Zeiten hat man das gemacht. Und wenn man betonen will, dass „alle aus einem“ Kelch trinken, dann ist diese Symbolhandlung plötzlich wichtig. Aber in der Praxis tauchen auch Christen das Brot oder die Oblate in den Kelch. Oder führen den Kelch nur an ihre Lippen und trinken nicht den Wein. Es gibt also allein zum Thema „Abendmahl“ eine ganze Menge von uns zu bearbeiten. Schönen Sonntag!