Wochengruß von Pastorin Andrea Wolters

Nachricht 11. August 2019

„P“ wie „Psalmen“

Die Psalmen sind das Gesangbuch der Bibel! Diese Lieder sind 2000 bis 3000 Jahre alt! Die Melodie ist nicht aufbewahrt, nur die Texte. Sie sind nicht die meistverkauften Lieder aus den Charts, sondern sie sind meistgesungen und meistgebetet, aber umsonst.

In den Psalmen finden sich tiefe Gefühle und Gedanken über das Leben, über Freude und Leid, -  und alles in Beziehung zu Gott. Zugegeben: in einer alten Sprache und aus einer fremden Welt. Aber es lohnt sich trotzdem, sie zu lesen.

Den 23. Psalm, der Herr ist mein Hirte…, den müssen meine Konfirmanden auswendig lernen. Wenn sie auch immer ein Handy dabei haben und ihn in der Suchmaschine finden können – ich finde es wichtig, dass sie ihn auch im Herzen tragen. Denn man kann ja im Leben in Situationen kommen, in denen einem einfach nichts einfällt, was man sagen kann, wo man keine eigenen Worte findet, um jemanden zu trösten. Der Psalm redet davon, dass Gott auch im Unglück da ist und einem wieder heraushelfen wird. 

Andere Psalmen singen das Lob der Schöpfung (Psalm 104). Freunde erzählten, dass sie im Urlaub in Norwegen so begeistert waren von dem Licht, den Bergen, den Wolken und dem Meer und dann dort diesen Psalm miteinander gesprochen haben. Das waren Worte, die wie tief aus dem eigenen Inneren kamen. Manchmal wird man völlig überwältigt von so einem Text. 

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“, auch das steht in den Psalmen (90). Viele Menschen würden das lieber nicht hören und sie klammern Tod und Sterben gerne aus. Den eigenen Tod zu bedenken und als zum Leben dazugehörig zu empfinden, das will schlecht in unsere Zeit passen. Es ist aber wichtig, „damit wir klug werden“, wie der Psalmbeter sagt. Es hilft im Leben wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden und dann das Wichtige zu tun und dem Unwichtigen seinen Platz zuzuweisen.