Wochengruß von Pastorin Angelika von Clausewitz

Nachricht 14. Juli 2019

„M“ wie „Moment“

Haben Sie einen Moment Zeit für das folgende Gedankenspiel über den gar so flüchtigen „Moment“? Dann nehme ich Sie  dazu gerne mit. 

„Ein historischer Moment“ – Sandalen werden tragbar in diesem Sommer. – „Momentaufnahmen“ – aus Porträtaufnahmen erstellt eine Fotografin eine ausdrucksstarke Fotoausstellung. „One moment, please!“ – „Einen Moment, bitte!“ – „Ich brauche noch einen kleinen Moment, dann bin ich für Sie da!“

Was ist ein Moment? -   Ein Wimpernschlag: Zeit für das Auge, sich zu schließen und wieder zu öffnen.  -  Ein Atemzug: Zeit für den Brustkorb tief ein- und wieder auszuatmen. – Ein Zeitabschnitt, in dem sich etwas bewegt und verändert.   Ein Augenblick mit einem Impuls, mit einer Anregung. 

Sprachgeschichtlich ist „Moment“ zusammengesetzt aus den Wörtern „movere“  (bewegen) und der Endung „en“: „movi-men-tum“. 

„Ich habe einen Moment nicht aufgepasst – und meine Tochter ist mir von der Wickelkommode gefallen. Gott sei Dank ist ihr nichts passiert! Nur der Schreck, der große Schreck…“      

„Von einem Moment zum  anderen hat sich mein Leben durch den Unfall völlig geändert…“

Ein Moment kann ein Leben von jetzt auf gleich auf den Kopf stellen, in die Gegenrichtung führen; ein Moment kann zum richtigen oder zum falschen Moment werden; kann über Lebe oder Tod entscheiden. Ein Moment kann „ewig“ dauern und sollte nie vergehen oder schon längst vorbei sein.

„Der gegenwärtige Augenblick ist das Fenster, durch das Gott in das Haus meines Lebens schaut.“ (Meister Eckhart) 

Mit diesem göttlichen Blick auf mich und mein Lebenshaus lasse ich mich „momentan“ auf ein Leben aus unzähligen glücklichen und unvorhersehbaren Momenten oder Augenblicken ein. Zeiträume, in denen ich mich bewege und Ereignisse voranbringe.