Wochengruß von Pastorin Damaris Grimmsmann

Nachricht 10. März 2019

„E“ wie „Evangelium“

Vor ein paar Tagen habe ich Gretchen kennengelernt. Sie ist Pastorin in Montana in den USA. In ihrer Heimatstadt nennen sie alle „Pastor Gretchen“. Niemand kennt ihren Nachnamen. Gretchen hat in ihrer Gemeinde ein Projekt gestartet. Es heißt „Kindness-Project“ – übersetzt: „Freundlichkeits-Projekt“. Zusammen mit einem Dutzend anderer Menschen aus ihrer Kirchengemeinde bemalt sie Steine. Sie sind bunt und stechen sofort ins Auge.  Auf den Steinen stehen gute Botschaften, Verse aus der Bibel oder einzelne Worte, die Mut geben sollen. Tausende von Steinen haben sie schon gestaltet. Wenn die Steine fertig sind, werden sie in der ganzen Stadt verteilt. Sie werden abgelegt auf dem Weg oder an der Bushaltestelle, in Vorgärten oder Parkbänken. Die Idee dahinter ist simpel: Die Gemeindegruppe möchte die Welt mit guten Worten und mit Freundlichkeit überfluten. Wer einen der Steine findet, kann sein Foto in der dazugehörigen facebook-Gruppe posten, ihn behalten oder weiterverschenken. Tausende von Menschen sind so schon mit dem Kindness-Project in Berührung gekommen. Sie haben sich für einen Moment gefreut, vielleicht huscht immer mal wieder ein Lächeln über ihr Gesicht, wenn sie den Stein anschauen.

Mich erinnert Gretchens Projekt an die „frohe Botschaft“, die wir in der Bibel finden. Die Geschichten über Jesus erzählen davon, wie die Liebe Gottes in die Welt kam. Da war z.B. einmal der raffgierige Zöllner Zachäus. Als er Jesus traf, veränderte das sein Leben und er hörte auf, die Menschen um ihr Geld zu betrügen. Ihm war die Liebe Gottes begegnet. Und einmal waren da Kinder, die Jesus sehen wollten. Als die Erwachsenen sie sahen, wollten sie sie wegschicken, weil sie dachten, die Kinder könnten das alles nicht verstehen. Aber Jesus sah die Kinder, schloss sie in sein Herz und segnete sie. Denn seine gute Nachricht ist: Das Reich Gottes ist für alle da, empfangt es wie die Kinder!

„Evangelium“ heißt übersetzt „frohe Botschaft“ oder „gute Nachricht.“ Wir denken dabei meistens erst einmal an die vier Evangelien, die in der Bibel stehen. Aber die Bibel hat noch viel mehr Seiten von diesen guten Botschaften zu bieten. Da war z.B. der alte Abraham, der noch ein Kind mit seiner Frau bekam oder Jona, der von Gott gerettet wurde. Und dann schaue ich mich um und sehe so viele Menschen, die von ihren guten Nachrichten erzählen. Da hat jemand ein Kind bekommen. Was für eine gute Nachricht! Da hat jemand wieder eine Arbeitsstelle gefunden, eine andere ist frisch verliebt. Und wieder eine andere sagt, dass sie jetzt endlich weiß, was sie mit ihrem Leben anstellen soll. Lauter frohe Botschaften von der Liebe Gottes in der Welt!

Wenn Gretchen mit ihrer Gruppe Steine bemalt, ermutigende Verse drauf schreibt und die Welt damit überfluten will, dann tut sie genau das: Sie erzählt von Gottes Liebe und zaubert damit ein Lächeln in die Gesichter. Danke, Pastor Gretchen. Danke, Gott!