Wochengruß von Pastorin Stefanie Lohmann

Nachricht 07. April 2019

„F“ wie „Friede“

“Friede sei mit dir!” grüßen und wünschen wir uns in kirchlichen Zusammenhängen.

Gott sei Dank leben wir in Deutschland ja im Moment in der längsten audernden Friedenszeit. Wir müssen nicht vor Fliegerangriffen in Schutzbunker fliehen. Wir müssen keine Angst haben, durch Krieg über Nacht unser Haus, unser Hab und Gut, unsere Heimat oder gar unser Leben zu verlieren. Wir brauchen hier in Deutschland nicht zu befürchten als Christen verfolgt zu werden. Andere anderswo schon! Deswegen sollten wir uns die Worte der Jahreslosung Psalm 34,15 zu Herzen nehmen: “Suche Frieden und jage ihm nach!” Denn wir können doch schließlich täglich sehen wie zerbrechlich und kostbar Friede ist. Vielerorts herrschen Gewalt und Krieg. Und wenn ich da Bilder von zerbombten Städten, von Kindersoldaten und ertrinkenden Flüchtlingen sehe, dann haben Radionachrichten von Bombenentschärfungen in unseren deutschen Städten, oder die Geräusche der Tiefflieger im Gehrder Nachthimmel zwischen 21 und 22 Uhr, ja, dann haben Statistiken über Waffenexporte oder persönliche Gespräche mit Geflüchteten plötzlich eine erhebliche Wirkung auf mich. Dann wird auch mir als Kind einer Friedensgeneration mulmig. Dann geht mir das nah. Dann ist auch für mich Krieg plötzlich ganz nah.

“Suche Frieden und jage ihm nach!”

Ich behaupte mal, jeder und jede von uns sucht Frieden. Wir versuchen Frieden. Bemühen uns um ihn. Versuchen, mit allen gut auszukommen. Friedlich mit den Nachbarn und anderen Mitmenschen zu leben, suchen Versöhnung nach einem Streit. Ja, sogar im Großen streben wir nach Frieden. Alt und Jung. Von Konfirmanden höre ich immer wieder die Antwort: Weltfrieden. (Was wäre, wenn Du große Macht hättest? Worum sollten sich alle bemühen? Was könnte Glaube verändern?)

“Friede auf Erden den Menschen ein Wohlgefallen.”

In Gottes Sohn zeigt sich: Gott schenkt uns Frieden und Versöhnung. Uns allen. Der ganzen Welt. Er hilft uns, Frieden zu schaffen. Mit Jesus Christus traut und mutet er uns zu:

“Suche Frieden und jage ihm nach!”

Das klingt ja erstmal paradox. Frieden jagen. Es klingt so paradox wie das Kreuzesgeschehen selbst. “Suche Frieden und jage ihm nach!” Ich verstehe das so: Frieden verfolgen. Sich beeilen, zum Frieden zu gelangen; mit allem Einsatz, aller Macht. Frieden als das einzige Ziel vor Augen. Auch mit ungewöhnlichen Mitteln den Frieden erreichen.  Es ist und bleibt wichtig, für jeden und jede von uns.

Wo und wie kannst du damit anfangen? Hast Du schon eine Idee?