Wochengruß von Diakon Ralf Mehnert

Nachricht 21. Juli 2019

„N“ wie „Neid“

Neid?
Neid kennen wir alle.
Stimmt`s?
Neid entsteht dann, wenn ich mich mit anderen vergleiche und fest-
stelle, der oder die hat, was ich nicht habe:
Das neuste Automodel von BMW, Mercedes, Audi oder VW mit noch mehr PS oder das gerade angesagte Handy.
Neid ist so alt wie die Bibel.
Er begegnet uns schon auf den ersten Seiten, in der Geschichte von Kain und Abel.
Beide haben zunächst einmal ihren Lebensunterhalt, der eine als Bauer, der andere als Viehhirte.
Beide erkennen Gott als den Geber aller guten Gaben an.
Doch dann geschieht das Unfassbare, dass nur ganz knapp erzählt wird:
Gott blickt freundlich auf Abel.
Es bleibt unerklärbar: Warum?
Aber es ist so.
Und Kain erfüllt von Groll, Bitterkeit, Wut und Neid bringt seinen Bruder Abel um.
Auch wenn wir heute niemanden umbringen, eines ist klar:
Neid führt in die falsche Richtung.
Neid bewirkt nichts Gutes.
Er vergiftet uns, zerfrisst uns.
Er beraubt uns jeglicher Lebensfreude.
Er zeigt uns aber auch, dass es in uns viele Wünsche und Bedürfnisse gibt:
Wir möchten genauso intelligent, wie der oder die Andere sein.
Wir möchten genauso reich, schön, beliebt und begabt sein.
Psychologen sagen uns aber, wir sollen auf das stolz sein, was unser Eigenes ist und Gott in uns an Fähigkeiten und Begabungen angelegt hat.
Gewiss ist und bleibt: Gottes Gnade und Liebe.
Sie reicht sogar, soweit der Himmel ist.
Bei Gott kommen wir also nicht zu kurz.
Weil das so ist, brauchen wir nicht neidisch auf den Anderen zu schauen.